volldampf 3/2020 – Nr. 111

volldampf 3/2020 – Nr. 111

Die Zeit sinnvoll genutzt…

Wenig tut sich momentan bei den Herstellern. Die angekündigten Neuheiten sind schon seit März in den Geschäften. Nur einige Farb- oder Bedruckungsvarianten kommen aktuell hinzu. Das liegt zum einen an Werksschließung oder Kurzarbeit und Materialknappheit zum anderen eher an vorsichtigem Taktieren der Hersteller. Hat man doch die Pleiten so berühmter Marken wie Fleischmann vor Augen.

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Was bei uns bisher noch nicht die Bedrohlichkeit der aktuellen Lage zeigt, ist in den USA schon zur schlimmen Realität geworden. Alteingesessene Modellbahnhersteller geben auf. Hartland stoppt die Produktion und MTH wird 2021 die Firma schließen.

So sind die roten Seiten mit Fahrzeug- Gebäude- und Detailvorstellungen in dieser Ausgabe recht dünn gesät. Dafür ist der blaue Werkstattbereich um viele Seiten größer geworden und weitere Berichte warten auf die kommenden Ausgaben.

Da bleibt uns also nur die Bastelei. In der letzten Ausgabe der „volldampf“ hatten wir Sie aufgefordert, uns Bilder Ihrer neuen Bauprojekte zuzusenden, die während der letzten Monate entstanden sind. Viele von uns haben die Corona-Zeit bisher genutzt, Haus und Hof in Ordnung zu bringen, Garten und Bahn fit zu machen sowie Neues zu kreieren.

Einiges ist in der „volldampf“-Redaktion angekommen. Womit wir nicht gerechnet, hatten waren die gewaltigen Anlagen und Bauprojekte, die in dieser Zeit aus der Taufe gehoben wurden. Diese lassen sich natürlich nicht mit einem Bild und zwei netten Worten wiedergeben. Daraus werden wir definitiv mehr machen. Die Berichte unserer Leser werden wir in der nächsten Zeit aufarbeiten und für Sie in den kommenden Ausgaben abdrucken.

Falls Ihr Projekt noch nicht den Weg zur „volldampf“ gefunden hat, tun Sie sich bitte keinen Zwang an. Wir suchen nicht das perfekte Fahrzeug oder die perfekte Gartenbahn, wir wollen zeigen, was geht und wie es geht und auch, welche Fehler passieren können.

Auch nach vielen Jahren in der Werkstatt sind unsere eigenen Machwerke oftmals fragwürdig. Dann wird weiter getüftelt, beim Kollegen nachgefragt oder auch schon mal auf kompetente Hilfe zurückgegriffen. Viele Gartenbahner freuen sich über Tipps und Tricks, wie man ein Fahrzeug verbessern oder eine, Schaden beheben kann.

Wichtig ist, dass die Bahn zum Schluss im Hobbyraum oder im Garten fährt. Eine Tupperdose mit RhB-Logo ist zwar lange noch kein Modell, aber Perfektion liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen
Alles Geschaffene ist vergänglich – Der Brocken in Jöhstadt
Text und Bilder: Andreas Franz
12
Wenn der Vater mit dem Sohne – Der wilde Westen am Niederrhein
Text und Bilder: Peter Böhmer
18
Fahrzeuge, Technik, Details
Signaltower von POLA – Amerikanisches Stellwerk
Text und Bilder: Stefan Heußen
44
Messen/Ausstellungen
Bispingen erlaubt Reisen in ferne Länder – Frank Blin hebt Reisewarnung auf
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
54
Namen und Notizen
Im Gespräch mit RhB-Direktor Renato Fasciati – Größte Rollmaterialbeschaffung in der Geschichte der RhB
Text: Hendrik Hauschild
52
Unterwegs mit der Harzer Gartenbahn – Interview mit Niklas Meier
Text und Bilder: Peter Böhmer
58
Älter werden heißt auch besser werden – Ein Neubau wird 65
Text: Andreas Franz
66
Eisenbahnfreunde Königslutter e.V. – 50 Jahre Modellbahnvergügen
Text: Dieter Hauschild
72
Neben der Spur
Interaktiv mit der RhB – Per Kamera alles im Blick
Text: Hendrik Hauschild
71
Vorbild
Wer hat es erfunden? Die Schweizer! – Dampflok HG 4/4 – Original und Modell von LGB
Text und Bilder: Stefan Kühnlein
46
Werkstatt
Vorsicht an Gleis 1 – Kleinster Bahnhof an der Wand
Text und Bilder: Peter Böhmer
28
Eine LGB-Lok vom Müll gerettet – Wie Phönix aus der Asche
Text und Bilder: Peter Böhmer
32
Ein neues Gesicht – Ge 4/4 II mit großen Puffern
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
38
Nicht aufbauen sondern abtragen – CNC-Fräsen auf neuem Level
Text und Bilder: Peter Böhmer
40

volldampf 2/2020 – Nr. 110

volldampf 2/2020 – Nr. 110

Kein Ende in Sicht…

Bereits seit mehreren Monaten ist die Welt im Ausnahmezustand. Noch auf der internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg, Anfang Februar, waren uns die Umstände sehr viel bewusster geworden, besonders, wenn eine Schar chinesisch aussehender Menschen unseren Weg kreuzte. Eigentlich war es aber damals mit Händewaschen getan. Der berühmte Sack Reis, der in China, beziehungsweise Wuhan, umfällt, irritierte uns nicht wirklich. Das änderte sich schlagartig, als die Corona-Krise auch bei uns medial in den Vordergrund trat. Das hatten wir doch etwas unterschätzt.

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Auch wenn es viele erst einmal nicht glauben wollten, die Ereignisse betrafen auf nun jeden, überall und in vielen Bereichen. Wir wollen hier nicht das große Ganze kommentieren, dazu fühlen wir uns erstens nicht befähigt und zweitens auch nicht gefordert. Ein Blick, nur auf die Belange der Gartenbahn, ist da auch schon recht einschneidend.

Wir warteten bis Anfang Mai mit dem Verfassen dieser Zeilen, da sich die Umstände täglich änderten und bestimmt immer noch tun, wenn Sie sie lesen. Fakt ist, was nicht an Messen und Ausstellungen für dieses Jahr ausfällt, wird damit rechnen müssen, von Staats wegen „ausgefallen“ zu werden. Selbst die Intermodellbau in Dortmund wird ihren Verlegungstermin wohl kaum verwirklichen können. Aber, wie gesagt, die Umstände können sich täglich ändern. Vielleicht kommt noch jemand auf die Idee, Geister-Messen im Livestream zu veranstalten. Geht ja im Fußball anscheinend auch.

Am weitesten vorgegriffen haben bisher die Gartenbahner aus Grießheim. Ein Gartenbahnfest im Altenheim, selbst im Spätherbst, ist aus heutiger Sicht unvorstellbar.

Was also bleibt ist die eigene Gartenbahn. Schön, wenn man eine besitzt. Zeit haben viele von uns genug. Homeoffice, was zu minimierten Fahrzeiten beiträgt, Kurzarbeit oder gar zeitweise Firmenschließungen haben dafür gesorgt. Endlich Zeit, sich um lange geplante Projekte zu kümmern. Wie das aber immer so ist, meistens fehlt noch etwas. Glücklicherweise hatten die Baumärkte in Deutschland durchgehend geöffnet. Warum diese systemrelevant sein sollen, haben wir zwar nicht begriffen, aber es soll uns recht sein.

Beim Gartenbahnhändler sah das schon etwas schwieriger aus. Ladengeschäfte blieben uns versperrt. Alleine der Internethandel funktionierte – das jedoch auch nicht bei jedem. Schnell zeigte sich, welcher Händler oder Hersteller es geschafft hatte, bis dato sein Angebot umfassend und vor allem übersichtlich im Netz der Netze zu präsentieren.

Gespräche mit verschiedenen Anbietern zeigten die Unterschiede. Wo der eine froh war, wenn überhaupt Bestellungen eintrafen, kam der andere kaum zum Luftholen. Das spiegelte sich auch in der Aussage unseres Paketboten wider, der feststellte, „das ist ja mehr als an Weihnachten“. Besonders die Zulieferer für Bau- und Basteldetails kommen aus dem Staunen nicht heraus. „ Das kann gerne so weitergehen“, durften wir unter anderem vernehmen.

Die Frage, die sich uns nun stellt, ist: Was haben Sie mit Ihrer Zeit so angestellt? Gibt es bereits Fortschritte oder gar fertige Projekte für die Gartenbahn? Senden Sie uns ein bis zwei Bilder und ein paar kurze Worte oder einen Link, sodass sich auch andere Gartenbahner an Ihren Errungenschaften erfreuen können. In unserer August-Ausgabe werden wir einen Platz dafür freihalten.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen
Anlagen 12 Anlage in Nenngröße II AMC Arbeitskreis Modellbahn Chemnitz e.V.
Text und Bilder: AMC e.V. Chemnitz
12
Von Playmobil zur LGB – Die Anlage von Ludwig Weiß
Text: Peter Böhmer
20
Fahrzeuge, Technik, Details
Glacier-Express von LGB Neue Modelle vorgestellt
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
41
Die Rekowagen der Deutschen Reichsbahn – Umgebautes von PIKO
Text und Bilder: Peter Böhmer
42
Neuer Rangierdiesel von LGB – Formneuheit V 10 C ausgeliefert
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
52
Namen und Notizen
Die historische RhB im Blick Besuch beim Club 1889
Text: Hendrik Hauschild
68
Neben der Spur
Neuer Bahnhof Jöhstadt – Schluss mit der Lücke! Dritter Bauabschnitt 2020
Text: Andreas Franz · Bilder: Bernd Blickensdorf
72
Vorbild
V 10 C 199 006-8 Von Gotha über den Spreewald in den Harz
Text: Niklas Meier
52
Die Modellbahn als Vorbild? Schwellen aus Kunststoff
Text: Peter Böhmer · Bilder: Regine Meier (DEV)
54
Träumen sei erlaubt- Eisenbahnen in Laos
Text und Bilder: Andreas Franz
58
Herbstreise 2019 – Teil 2 – Ukrainische Schmalspurbahnen
Text und Bilder: Wolfram Wendelin
62
Werkstatt
AMC e.V. Chemnitz
Text und Bilder: Peter Böhmer
36
Lichtleiste von Dietz Die Party zum Brocken
Text und Bilder: Andreas Franz
38
Christian Fesls Nasenuhr – Zeit ist das, was man an der Uhr abliest
Text und Bilder: Andreas Franz
40

volldampf 1/2020 – Nr. 109

volldampf 4/2020 – Nr. 112

Da ist doch was gemacht worden…

Wenn man die ersten Modellvarianten von LGB mit heutigen vergleicht, fallt auf, dass an vielen Fahrzeugen über die Jahre Änderungen durchgeführt wurden. Das zeigt sich nicht nur in Details wie Fahrwerk oder Kupplung, das wirkte sich auch auf Farben, Detailreichtum oder Funktion aus. Schaut man bei LGB weit zurück, kann man dies schon bei den Anpassungen von Stainz 1 zu Stainz 2 erkennen. Hier wurden anfängliche Entwicklungsfehler korrigiert, auf die Verfügbarkeit von Bauelementen und wirtschaftlichere Produktionsweise Rucksicht genommen.

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Spätestens nach der Übernahme durch Märklin hat sich an den älteren LGB-Modellen vieles getan. Das liegt nicht unbedingt daran, dass man es anders machen wollte, die Gründe sind vielschichtiger und oft auch außerhalb des Unternehmens zu suchen. Der Versuch, es jedem Anwender Recht zu machen und den Geschmack vermeintlicher Lobbyisten zu treffen, ist die eine Seite. Technische oder wirtschaftliche Überlegungen sind die andere.

So ist zum Beispiel die Anpassung der roten Farbe bei den HSB-Wagen auffällig. Das frühere helle Rot hat mit der Farbe des heutigen Vorbildes wenig gemeinsam. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der damals abgenommene Rotton tatsachlich so aussah. Rote Farbpigmente sind sehr UV-empfindlich und verblassen in der Sonne schnell. Was bleibt ist dann die berühmte gelbe Cola-Dose am Straßenrand. Ein weiterer Grund waren die in die Jahre gekommenen Formen, denen der Zahn der Zeit oder teilweise auch unsachgemäße Lagerung nicht unbedingt gut getan haben. Letztendlich ist es der Weiterentwicklung von Materialien und den Möglichkeiten der modernen Elektronik zu verdanken, dass auch unsichtbar eine große Wandlung stattgefunden hat.

Dieser Effekt ist nicht nur bei LGB, sondern auch bei den Mitbewerbern zuerkennen. So musste PIKO seit ihrem offiziellen Start auf der Gartenbahn – man hatte vorher schon für LGB und ToyTrain produziert – Änderungen an seinen Modellen vornehmen, da sich Elemente auf der Gartenbahn wenig gut bewahrten. Selbst beim kleinsten großen Hersteller Train Line haben einige Modelle bereits eine Geschichte. Hinter allen diesen Überlegungen steht eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Durch die Entwicklung und Innovationen halt man sich einfach gesagt die Möglichkeit offen, mit neuen Produkten oder Verbesserungen an bestehenden Produkten das berühmte Wachstum zu realisieren.

Die englischsprachige Abkürzung „SCAMPER“ beschreibt eine Methode zur systematischen Ideenfindung für die Weiterentwicklung bestehender Produkte. Diese sieben Punkte stehen bewusst eingesetzt oder manchmal auch aus dem Bauch heraus am Anfang des Prozesses.

1. Substitute: Welche Materialien können zur Optimierung ersetzt werden?2. Combine: Kann das Produkt mit anderen kombiniert werden?3. Adapt: Welche zusätzlichen Funktionen oder Elemente können ergänzt werden?4. Modify: Welche Elemente können in Design, Farben oder Funktionen zur Wertsteigerung verändert werden?5. Put to another use: Wie kann man das Produkt anders nutzen?6. Eliminate: Welche Funktionen oder Elemente können unter Beibehaltung der Kernfunktion vereinfacht, reduziert oder entfernt werden?7. Rearrange: Kann das Produkt neu aufgestellt werden?

Ob das nun unbedingt gut für das Produkt oder besser für den Geldbeutel des Herstellers ist, bleibt dahingestellt. Ein Blick auf die Produktpaletten der Hersteller zeigt jedoch, dass sich etwas ändert – und das ist gut so, denn sonst wurden wir immer noch mit der Stainz 1 mit „Heuler“-Motor auf der Gartenbahn unterwegs sein.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen aussen
Die Gartenbahn von Cheryl und Franklin Mummey – Vom wilden Westen in die 1970er
Text: Peter Böhmer · Bilder: Franklin Mummey
18
Anlagen innen
UPS Gartenbahn – Module Ausstellungsanlage – Nordsee 2.0
Text: Uwe Peter Schmidt (UPS) · Bilder: Peter Böhmer
28
Fahrzeuge, Technik, Details
Erste Formvariante – RhB Ge 6/6 II von LGB
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
42
PIKOs Dampflok BR 50.35 – Die Universallok der späten Dampflokzeit
Text: Peter Böhmer · Bilder: Peter Böhmer, Harald Schrempfer, PIKO Presse
44
Train Line legt nach – Traditionswagen 5 der HSB
Text und Bilder: Peter Böhmer
48
Auf und nieder im Digitalbetrieb – Pantographenantrieb von PIKO
Text und Bilder: Peter Böhmer
50
Messen/Ausstellungen
Spielwarenmesse 2020
Text und Bilder: Peter Böhmer
7
Namen und Notizen
Teil der RhB-Familie werden – RhB Club bietet viele Vorteile
Text: Hendrik Hauschild · Bilder: Hendrik Hauschild, Gian Brüngger
64
Ostalgisches aus Berlin – Interview mit Uwe Kämmnitz von UMB-Modellbau
Text: Peter Böhmer · Bilder: Uwe Kämmnitz
68
Neben der Spur
Hmm… Schmidt-Lebkuchen aus Nürnberg – Museumswagen 2020
Text: Andreas Franz · Bilder: Ulrich Franke, LGB-Presse
70
Ein Maskottchen kehrt zurück – 99 6102
Text: Andreas Franz · Bilder: Olaf Ziegler, Hendrik Hauschild
72
Train Line Store Wernigerode ist Bahnhofshop des Jahres 2019
Text und Bilder: Train Line Presse
72
Termine, Messen, Ausstellungen
Modellbau-Welten Bispingen – Mit großen Schritten zur Eröffnung
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
62
Vorbild
Macht das Tor auf! – 30 Jahre freier Brocken
Text: Andreas Franz · Bilder: Andreas Franz, Dietmar Schultke
52
„Kohle“ für die RhB – Neuer Spendenstand für die RHÆTIA
Text: Hendrik Hauschild · Bilder: Georg Trüb, Hendrik Hauschild
54
Herbstreise 2019 – Teil 1 – Ukrainische Schmalspurbahnen
Text und Bilder: Wolfram Wendelin
58
Werkstatt
Ein sinnvolles Signal – Weichennummern visualisieren
Text und Bilder: Peter Böhmer
36
Infrastruktur für die Gartenbahn – Güterschuppen von Pola
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
40

volldampf 4/2019 – Nr. 108

volldampf 4/2019 – Nr. 108

Weiße Wege bei der Bahn

Passend zur Jahreszeit – in wenigen Tagen ist es so weit – erwartet hier Lyriker Rainer Maria Rilke, den Advent. Weiß als Farbe für Wege ist zwar als winterliche Betrachtung in Ordnung, aber für die Schienenwege der Bahn eher ungewöhnlich. Als wollte die DB auf den Schnee vorbereitet sein, was angesichts der Kapriolen der letzten Jahre fraglich bleibt, findet man auf einigen wenigen Strecken der Bahn weiße Schienen. Hiermit möchte man jedoch nicht dem Winter trotzen, vielmehr sind es die sommerlichen Monate, auf die man es abgesehen hat.

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Weiße Farbe, um Behinderungen im Zugverkehr vorzubeugen? Das hört sich im ersten Moment lustig an. In Europa experimentieren aktuell mehrere Bahnen, wie weißer Anstrich die Temperatur der Gleise senken kann. Temperaturen von über 30 Grad an mehreren Tagen hintereinander stellen eine Herausforderung für den Bahnbetrieb dar. Gleisverwerfungen beziehungsweise Gleisverbiegungen sind im mitteleuropäischen Raum keine Seltenheit.

In der Nähe von Magdeburg hat die DB Bahnbau GmbH bei Königsborn einen Standort. Dort wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf einem 150 Meter langem Gleisstück getestet. Temperaturunterschiede von -40 bis + 60 Grad müssen die Schienen bei uns tolerieren – da macht Not erfinderisch. Die weiße Farbe soll durch bessere Reflexion die Aufheizung der Schienen verhindern.

Von 1961 an hat sich die Anzahl aller Hitzetage im Schnitt verdoppelt. Seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1880 ist die Jahresmitteltemperatur in Deutschland um 1,4 Grad gestiegen. Die DB rechnet daher damit, dass Witterungsextreme wie Hitzewellen in den nächsten Jahren zunehmen werden. Die veränderten Klimabedingungen sorgen für mehr Betriebsausfälle.

Wie die Tests bei der DB verlaufen, ist noch unklar. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die gleichsam prüfen, sind da weiter. Rund 50 Prozent des Kühlungseffekts gingen durch Gleisverschmutzung in den ersten drei Monaten verloren, schätzte Norbert Krebs, Leiter Technik Fahrplan der SBB, in Schweizer Medien.

Die SBB können auch bestätigen, dass die Farbe wirkt: Vier Abschnitte wurden besprüht. Eine Woche lang wurde gemessen. Auf einem Abschnitt setzten die SBB auf normale weiße Farbe, das brachte drei Grad Abkühlung. Der andere wurde mit einer weißen Isolierfarbe besprüht, die Temperatur war dadurch sieben Grad niedriger. Die extremen Temperaturen mussten nicht künstlich simuliert werden, gemessen wurde während der einwöchigen starken Hitze im letzten Sommer.

In Würzburg, wo die Würzburger Versorgungserstes regionales Bahnunternehmen in Deutschland Straßenbahngleise Anfang Juli parallel zum Versuch der Deutschen Bahn weiß gestrichen hat, sanken die Temperaturen sogar um acht Grad. Auf einem etwa ein Kilometer langen Stück konnte die Spitzentemperatur von 60 auf 52 Grad reduziert werden. Der Versuch gilt als Erfolg, ein flächendeckender Anstrich sei aber nicht geplant.

Die ÖBB geht noch größer an die Sache heran und hat ein Fahrzeug umgebaut, mit dem Schienen schnell besprüht werden können. Eine mehrere Kilometer lange Strecke soll auch noch im Winter beobachtet werden.

In der Schweiz ist der Einsatz auf dem rund 7.000 Kilometer langen Schienennetz nur noch eine Frage der Zeit. Besonders ältere Gleise sollen zügig eingefärbt werden. Ein Student der ETH Zürich hat in der Schweiz im vergangenen Jahr bereits die RhB von den weißen Gleisen überzeugt, in Italien gibt es das bereits länger.

Was heißt das für die Gartenbahn? Gibt es bei LGB, PIKO, Train Line oder Thiel bald weiß flankierte Schienen? Vermutlich eher nicht. Will man so original wie das Vorbild sein, ist Eigeninitiative angesagt.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen aussen
Viel Verkehr auf kleinstem Radius – Die Kaitztal-Gartenbahn
Text: Peter Böhmer
14
Anlage von Johannes Höltge – Ein Grundstück, nur für die Gartenbahn
Text: Peter Böhmer
20
Fahrzeuge, Technik, Details
Eine LGB-Lok in Schwarz-Weiß – Fotoshooting für 99 221 der DR
Text: Andreas Franz
44
Personenwagen auf sächsisch – LGB legt weitere Formneuheit auf
Text: Hendrik Hauschild
46
Das Schmalspurhelferlein von Boerman – Offener Rangierdienstwagen (Ord)
Text und Bilder: Peter Böhmer
48
Wagen für den schweren Reisezugverkehr – Bpmz und Avmz von PIKO
Text und Bilder: Peter Böhmer
52
Sechsachsige „Curia“ unterwegs – RhB Ge 6/6 II von LGB
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
56
Messen/Ausstellungen
Ein Highlight für alle Eisenbahnfans – IMA und Märklintage in Göppingen
Text und Bilder: Peter Böhmer
66
Vorbild
Unermüdlich im Einsatz – Ge 6/6 II als Rückgrat im Güterverkehr
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
60
Werkstatt
Brücken auf der Gartenbahn – Teil 4: Holz, der natürlichste aller Baustoffe
Text und Bilder: Peter Böhmer
26
Passagiere für den Emma-Zug – Jim Knopf und die Wilde 13
Text und Bilder: Peter Böhmer
38
Autos auf der Gartenbahn – Eine einfache aber geniale Lösung
Text und Bilder: Peter Böhmer
43

volldampf 3/2019 – Nr. 107

volldampf 3/2019 – Nr. 106

Vom Aussterben bedroht…

Das Ausmaß des Artensterbens sei in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß gewesen wie heute und die Aussterberate nehme weiter zu. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern sind jedoch im Verlauf der Evolution rund 500 Millionen Tierarten ausgestorben. Da relativieren sich die aktuellen Diskussionen rund um den Artenschutzbericht der UN doch ein wenig. Was jedoch stimmt ist, dass in vielen Fällen die Tiere ihren natürlichen Lebensraum verloren haben.

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Was hat das mit der Modellbahn oder besser mit der Eisenbahn im Allgemeinen zu tun, werden Sie sich fragen. Tiere gehören zur Eisenbahn irgendwie dazu. Gemeint sind nicht Schafe, Schweine oder Rindviecher als Ladegut, sondern die Lokomotiven selbst.

Begonnen hat alles mit den ersten Zügen, die mit „Dampfrössern“ bespannt waren. Der Gedanke von einer mit Pferden bespannten Kutsche auf einen Zug mit „Dampfmaschinenpferd“ zu kommen, ist leicht nachzuvollziehen. Begriffe wie Kamel oder Krokodil bedürfen da schon etwas mehr der Erklärung.

Der Mensch hat die Eigenart, Dinge zu fabulieren. Da werden Aussehen, Geräusche oder Stärke mit tierischen Eigenschaften gleichgesetzt. So wurden aus den starken Bündner C‘C‘- Lokomotiven, den Ge 6/6 I-E-Loks der RhB, wegen ihrer Form, die berühmten „Krokodile“. Es gibt sogar eine deutsche Regelspurversion mit dem gleichen Spitznamen. Aus Fahrzeugen der vierachsigen DR-Baureihe- V-100-Serie wurden sechsachsige Meterspurfahrzeuge, die durch den Umbau zur Baureihe 199 erheblich an Stabilität verloren hatten und im Fahrbetrieb schwanken wie Kamele beim Wüstenritt. Schnell hatten die durchgeschaukelten Lokführer den Namen „Harzkamel“ für diese Maschinen auserkoren.

Ob Spitzmaus, Schwarzer Schwan, Steppenpferd, Ochsenlok, Teckel, Bulle, Laubfrosch, Springbock, Eisenschwein, Blauer Bock, Rabbit, Taurus oder Stier, die Liste ließe sich fast unendlich weiterführen. Manche Fahrzeuge wie der Wismarer Schienenbus bekamen gleich mehrere Kosenamen. Neben dem bekanntesten, Schweineschnäuzchen, ist er auch als Ameisenbär oder Spitzmaus anzutreffen.

Um nun auf den anfänglich angeführten Artenschutz zurückzukommen, viele dieser Tierchen sind ebenfalls vom Aussterben bedroht. Wenn der natürliche Lebensraum einer kleinen Dampflok schrumpft, wird diese Art immer mehr dezimiert werden. Wenn es nur noch wenige gibt, besteht praktisch kaum mehr eine Chance für das Überleben der Art. Auf der biologischen Seite stellt sich das Problem so dar, dass sich die wenigen lebenden Tiere vermehren, ohne dass sich das Erbgut durchmischen kann. Die Folge sind Erbkrankheiten. Bei unseren stählernen Tierchen sind es die wenigen verbliebenen Ersatzteile, die das Aussterben der Art vorantreiben.

Museen und Lokomotiven-Werke landauf landab geben ihr Bestes, um aus den wenigen erhaltenen Fahrzeugen, unter Neuherstellung von Teilen fahrtüchtige Schienenfahrzeuge zu schaffen. Leider ist das irgendwann nur noch mit unsäglich hohem Aufwand zu schaffen. Da hilft eigentlich nur noch, auf den Genpool, sprich alte Pläne, zurückzugreifen, um eine Lok oder einen Triebwagen neu erstehen zu lassen, wie es zum Beispiel bei der sächsischen Ik geschehen ist. Damit die Kamele, Krokodile oder Dackel zumindest in der Erinnerung weiterleben können, ist es eine gute Sache, wenn diese als Modelle auf der Gartenbahn ihre Runden drehen. Gibt es beim Vorbild meistens nur noch eine oder zwei Maschinen einer Art, so sind diese, nicht nur in 1:22,5, auf hunderten Modellbahnen zu sehen – und das freut uns.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen aussen
Gartenbahn ganz nah am Vorbild – Die Bahn am Erlebnishotel Fichtenhäuse
Text: Peter Böhmer · Bilder: Hotel Fichtenhäusel
14
Gartenbahn am Snow Dome – Dann kam einer und hat es einfach gemacht
Text: Peter Böhmer · Bilder: Hendrik Hauschild, Modellbauwelten Bispingen
22
Fahrzeuge, Technik, Details
Wenn zwei das Gleiche tun… – Zahnrad-Dampflok HG 4/4 704
Text: Peter Böhmer · Bilder: Kiss, LGB
32
Massoth Pantografen-Antrieb – Elektrisch auf und ab
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
35
Ladegut für Rollbock und Rollwagen Regelspuriger Gmms von Boerman
Text und Bilder: Peter Böhmer
36
Drei neue Zweiachser von LGB – RhB-Personenwagen optimiert
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
38
Damen für die Gartenbahn – Figuren von Hasegawa
Text: Peter Böhmer · Bilder: Peter Böhmer, Hasegawa
40
Namen und Notizen
Gastfreundschaft auf Ungarisch – Fogadtatás „volldampf“
Text und Bilder: Hendrik Hauschild, Andreas Franz
64
Gartenbahn-Anpfiff – Ein geselliges Treffen in Königlutter
Text und Bilder: Dieter Hauschild
70
Mit der LGB in den Un-Ruhestand – RhB-Lokführer Caprez geht in Pension
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
72
Termine, Messen, Ausstellungen
LGB-Freunde starteten 2. Auflage – Gartenbahnfest am Niederrhein
Text: Peter Böhmer · Bilder: Peter Böhmer, Dieter Oehme, Petra Druyen
52
99 1594-3 aus dem Dornröschenschlaf erwacht – Zu Pfingsten nach Jöhstadt
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
62
Vorbild
HG 4/4 – Das Vorbild
Text: Herbert Cadosch, Andreas Cadosch · Bilder: Georg Trüb
33
BIG BOY – Dem Mysterium des Giganten auf der Spur
Text und Bilder: Hendrik Bloem
42
Elegant und luxuriös Reisen – Glacier Express Excellence Class
Text: Hendrik Hauschild · Bilder: Hendrik Hauschild, Michaela Rapp, Stefan Schlumpf
46
Werkstatt
Ein Wagen für die Emma – Aus LGB 3041 wird E1
Text und Bilder: Peter Böhmer
26
Eine Insel mit zwei Bergen… – LGB-Emma digitalisiert
Text und Bilder: Peter Böhmer
30

volldampf 2/2019 – Nr. 106

volldampf 2/2019 – Nr. 106

Früher war alles besser

Ende Februar besuchten wir für Sie die Spielwarenmesse in Nürnberg. Die Ankündigungen der etablierten Hersteller waren so umfangreich, dass unsere „volldampf“ aus den Nähten platzte. Einige, nicht weniger interessante Produkte mussten daher bis in den Mai warten, um den Weg in die „volldampf“-News zu finden. Hinzu kam die Faszination Modellbahn in Mannheim und die Intermodellbau in Dortmund, die weitere Produkte an den Tag brachten. Das war bei weitem noch nicht alles in diesem Jahr. Unser Messemarathon begann bereits im Januar mit der „Emsland-Modellbau“ und den Lipper Modellbautagen und endet vermutlich im November in Wien.

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Dazwischen reihen sich die offenen Fahrtage, Gartenbahn-Events und Herstellermessen wie Perlen auf dem Faden auf. Mehrere „große“ und viele kleine Hersteller lassen das Neuheiten-Karussell nur so rotieren. Na gut, vieles sind Formoder Farbvarianten früherer Modelle, aber deshalb nicht weniger wünschenswert.

LGB hat gezeigt, dass man willens ist, an die hohe Qualität früherer LGB-Produkte anzuschließen oder vielmehr, das noch zu übertrumpfen. Der Hersteller PIKO brachte im letzten Jahr sage und schreibe drei Lokneuheiten auf die Gartenbahnen und dass die Firma Train Line von Bünde nach Kirchlengern expandieren musste, hat auch nichts mit schlechten Absatzzahlen zu tun.

Das sieht doch nach den mageren Jahren alles recht gut aus, ist aber wohl bei vielen Gartenbahnern noch nicht angekommen. In Gesprächen hören wir immer wieder den Satz: „Damals war alles besser“. Ein Spruch, den man übrigens nicht nur im „pessimistischen“ Deutschland hört, auch der Engländer kann mit seinem: „Everything was better before”, gut mithalten.

Doch mit unserem Gedächtnis ist das so eine Sache. Wie war das noch früher wirklich? Natürlich super! Die Sommer waren noch Sommer und im Winter lag Schnee. LGB brachte jedes Jahr eine Lokneuheit und wenn du mal ein Ersatzteil gebraucht hast, hat Frau Grimm es persönlich vorbeigebracht…

„Rosige Retrospektion“ nennen es Psychologen, wie wir die Vergangenheit durch die rosarote Brille sehen. Zahlreiche Studien zeigen: Gerade im Rückblick machen wir uns die Welt wie das kleine schwedische Mädchen: wie sie uns gefällt. Aber mal ehrlich, die erste Fernseh-Pippi war doch wirklich besser als die andere oder die aus der Trickfilmserie, oder…?

Einer meiner Lieblingsfilme ist „Midnight in Paris“ von Woody Allen. Hier wünscht sich der Hauptdarsteller Owen Wilson in die glorreichen 1920er Jahre zurück um dann festzustellen, dass seine Angebetete in dieser Epoche lieber im Paris der Belle Époque im 17. Jahrhundert gelebt hätte. Die Quintessenz des Streifens ist jedoch: Früher war nicht alles besser, nur eben anders.

Die Gegenwart und die Zukunft sind immer das, was Sie selbst daraus machen. Hören wir also auf. in allem den Fehler zu suchen, sondern lassen sie uns einfach mal wieder spielen, denn dazu ist unser Hobby geschaffen. Wenn es dann wirklich mal etwas zu meckern gibt, lesen Sie es in der „volldampf“, nehmen es wahr und vergessen Die Gegenwart und die Zukunft sind immer das, was Sie selbst daraus machen. Hören wir also auf. in allem den Fehler zu suchen, sondern lassen sie uns einfach mal wieder spielen, denn dazu ist unser Hobby geschaffen. Wenn es dann wirklich mal etwas zu meckern gibt, lesen Sie es in der „volldampf“, nehmen es wahr und vergessen es am besten wieder ganz schnell.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen
Die Gartenbahn von Zack Zareva – Große Loks und lange Züge
Text: Peter Böhmer · Bilder: Zack Zareva
20
Die etwas andere Bahn – Die Test-Programmier-Paradestrecke im Zimmer
Text und Bilder: Martin Stommel
26
Vom Diskurs zur Anlage – Die Kunst des Weglassens
Text: Julian Zimmermann · Bilder: Julian Zimmermann)
30
Fahrzeuge, Technik, Details
LGB weiter auf Erfolgskurs – Ge 6/6 II neu im LGB-Sortiment
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
50
Golden Spike – Zwei besondere
Text: Andreas Franz · Bilder: Hendrik Hauschild
53
Eine alte Bekannte – RhB G 4/5
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
54
Eine Insel mit zwei Bergen – Warum aus OTTO EMMA wurde
Text: Andreas Franz · Bilder: LGB, Warner
60
Vorbild
RhB-Lok wirbt für RhB-Lok – Die RHÆTIA benötigt Kohle
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
62
Ein Highlight in der Geschichte der LGB – Die erste Neubaulok der HSB
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
66
Werkstatt
Umbau LGB 35640 – Personenwagen 4B 47 – Zillertalbahn Kristallwagen
Text und Bilder: Jürgen Fecht.
36
John Zareva – Umbau zur Jersey Central „Bullet“
Text: Peter Böhmer · Bilder: John Zareva
40
Brücken auf der Gartenbahn – Teil 3: Beton, Bauwerke für die Ewigkeit
Text: Peter Böhmer · Bilder: Peter Böhmer, Hendrik Hauschild, Horst Perski
4

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