volldampf 1/2019 – Nr. 105

volldampf 1/2019 – Nr. 105

Leise rieselte der Schnee

Als hätte LGB es gewusst, als sie im letzten Jahr die Schneeschleuder Xrot d 9213 der RhB als Modell herausbrachten – der Winter wurde schneereich. Seit Frau Holle im Dezember richtig loslegte, drängen Schneepflüge und Schneeschleudern mit großer Kraft die Massen von den Gleisen. Bis hinunter in die Tiefebenen hat es die weiße Pracht in diesem Winter geschafft.

Weiter lesen...

Die volldampf entsteht zum großen Teil am Niederrhein und in Deutschlands Norden. Schnee am Niederrhein, ein wahrlich seltener Anblick, aber auch hier musste Mitte Januar zur Schaufel gegriffen werden. Der wenige Schnee wurde natürlich sofort in den Garten geworfen, damit die neue Schneeschleuder ihrem Namen gerecht werden konnte. Eine Winterlandschaft mit verschneiten Fahrzeugen fasziniert sicherlich jeden Betrachter.

Was in den Niederrungen einen schönen Winterspaß darstellte, stellte die Bahnen in den Mittelgebirgen allerdings vor zusätzliche Herausforderungen. Unmengen von Schnee mussten beseitigt werden. Züge blieben stecken, Dampflokomotiven entgleisten, die schlimmen Meldungen rissen nicht ab. So viel Schnee lag Mitte Dezember zuletzt vor 36 Jahren auf dem Brocken.

Doch war das nun ein außergewöhnlicher Winter? Eher nicht, die Geschichte zeigt, das große Schneemengen und niedrige Temperaturen nicht unbedingt einhergehen müssen. Anhaltend kälter war es früher in jedem Fall, sogar so, dass im Winter 1963 der Rhein zum letzten Mal zugefroren war, aber Schnee…? Woher kommt zum Beispiel die Idee, früher sei Weihnachten weißer gewesen? Dahinter steckt ein Phänomen des menschlichen Gehirns. Dieses speichert positive Momente wie den Schneespaziergang oder die Schneeballschlacht mit Freunden in der Regel besser als negative. Das Gehirn idealisiert diese und fügt sie unserem Bild von Weihnachten hinzu. In der Wissenschaft nennt sich das „rosy view“.

Meteorologen sagen uns jedoch für die Zukunft ähnlich schneereiche Winter voraus. Feuchte Strömungen aus dem Nordatlantik bringen feuchte Luft nach Mitteleuropa. An den Bergen staut sich die Feuchtigkeit und regnet ab – oben als Schnee. Mehr Feuchtigkeit und ungewöhnlich lang anhaltende Wetterlagen, wie sie immer öfter vorkommen, befeuern dieses Phänomen und produzieren meterdicke Schneelagen.

Anderswo hat man gelernt, damit zurechtzukommen. Wenn bei uns im Winter die Weichen vereisen, Oberleitungen zufrieren und Züge im Schnee stecken bleiben, würden Lokführer der Canadian National Railway wohl höchstens einen heißen Tee trinken und weiterfahren. Ebenso verhält es sich bei den europäischen Schmalspurbahnen, die darauf vorbereitet sind. Bei der RhB ist es normal, dass morgens eine Schneeschleuder die Strecke frei macht. Auch die sächsischen Bahnen wissen mit der gefrorenen Pracht umzugehen. Im Harz muss man den Umgang mit Winter eventuell neu überdenken.

Für die Gartenbahn sieht es dagegen rosig, oder besser gesagt weiß aus. Viele abgestellte Schneepflüge aus frühen Gartenbahnjahren konnten in diesem Winter reaktiviert werden. Der Schnee trieb uns hinaus in den Garten, und die Züge spurten sich ihren Weg durch die weiße Landschaft. Wir hoffen, Sie hatten so viel Spaß wie wir, oder saßen sie da etwa gerade im ICE zwischen Köln und Düsseldorf im leichten Schnee fest und hofften darauf, dass dieser irgendwann weiterfährt?

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen
Die Gartenbahn von Zack Zareva – Große Loks und lange Züge
Text: Peter Böhmer · Bilder: Zack Zareva
20
Die etwas andere Bahn – Die Test-Programmier-Paradestrecke im Zimmer
Text und Bilder: Martin Stommel
26
Vom Diskurs zur Anlage – Die Kunst des Weglassens
Text: Julian Zimmermann · Bilder: Julian Zimmermann)
30
Fahrzeuge, Technik, Details
LGB weiter auf Erfolgskurs – Ge 6/6 II neu im LGB-Sortiment
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
50
Golden Spike – Zwei besondere
Text: Andreas Franz · Bilder: Hendrik Hauschild
53
Eine alte Bekannte – RhB G 4/5
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
54
Eine Insel mit zwei Bergen – Warum aus OTTO EMMA wurde
Text: Andreas Franz · Bilder: LGB, Warner
60
Vorbild
RhB-Lok wirbt für RhB-Lok – Die RHÆTIA benötigt Kohle
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
62
Ein Highlight in der Geschichte der LGB – Die erste Neubaulok der HSB
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
66
Werkstatt
Umbau LGB 35640 – Personenwagen 4B 47 – Zillertalbahn Kristallwagen
Text und Bilder: Jürgen Fecht.
36
John Zareva – Umbau zur Jersey Central „Bullet“
Text: Peter Böhmer · Bilder: John Zareva
40
Brücken auf der Gartenbahn – Teil 3: Beton, Bauwerke für die Ewigkeit
Text: Peter Böhmer · Bilder: Peter Böhmer, Hendrik Hauschild, Horst Perski
4

volldampf 4/2018 – Nr. 104

volldampf 4/2018 – Nr. 104

Plaste und Elaste

In Deutschland beginnt nach 1945 der Wiederaufbau der Spielwarenindustrie, insbesondere im Gebiet rund um Nürnberg und Fürth, wo auch heute noch viele Firmen ansässig sind. Da die althergebrachten Materialien wie Holz und Blech kaum noch gefragt waren und neue Materialien auf der Basis von Erdöl in die Produktionen drängten, setzte man auch hier auf die modernen Kunststoffe.

Weiter lesen...

Der Kunststoffspritzguss hatte sich bereits anderswo auf der Welt durchgesetzt, als im Jahr 1952 auf der Spielzeug-Fachmesse in Nürnberg erste Produkte von deutschen Herstellern vorgestellt wurden. Letztlich war mit der Produktion des ersten Lego-Steins im Jahr 1958 das Material allenthalben für Spielzeug akzeptiert. Als 1968 die erste Lehmann-Groß-Bahn (LGB) auf die Gleise kam, war die Technik bereits weit fortgeschritten. Erste einfache, aber witterungsbeständige Modelle abseits der Gartenbahngleise lieferte bereits ein Jahr später der Hersteller Lindberg.

Dass Kunststoff im Eisenbahnmodellbau mittlerweile unumgänglich ist, kann sich jeder vorstellen. In dieser Ausgabe der „volldampf“ setzen wir unseren Bericht über Brücken auf der Gartenbahn fort und das Thema soll dieses Mal „Kunststoff“ sein. Selbst wir „alte Hasen“ waren überrascht, wie umfangreich sich das darstellte. Die Modellvielfalt der letzten 50 Jahre, was Brücken anbelangt, war kaum zu überblicken. Viele Modelle werden immer noch angeboten oder sogar noch produziert und immer neue Modelle oder Segmente kommen hinzu.

Nicht zuletzt die Möglichkeiten von CNC-Fräsen, Lasern oder 3D-Druck tun das ihrige dazu. Einer der ersten am Markt, der Brücken aus Kunststoff für die Gartenbahn im Programm führte, war die Firma POLA, wenn man mal von den Hartschaum-Segmenten der Firma Haug absieht. Der findige Unternehmer Hans Pollak, der anfänglich Modellanlagen für Fleischmann baute und in Heimarbeit unter anderem Bäume, Hecken und Zäune für den boomenden Modelleisenbahnmarkt herstellte, hatte die Zeichen der Zeit erkannt. Bereits zehn Jahre bevor die erste Gartenbahn ihre Runden drehte, wurde das Unternehmen POLA (Fabrikation feiner Modellspielwaren) in Schweinfurt gegründet. Anfang der 60er-Jahre begann man mit der Produktion von Kunststoffbausätzen, ab 1975 auch für die Spur 2. Zwei der ersten Modelle waren der Bahnhof Kleinbach (Art.-Nr. 900 später 330900) sowie der einständige Lokschuppen (Art.-Nr. 910) später 330910, die auch heute noch erhältlich sind.

Im Zeitraum von 1986 bis 1992 war übrigens Dr. René F. Wilfer Geschäftsführer im Hause POLA, der, wie Sie bestimmt wissen, heute an der Spitze der Firma PIKO steht. Aktuell werden die POLA-Produkte im Hause Faller produziert und vertrieben.

Dies ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt, aber so interessant, wie sich die Geschichte der Kunststoffbauwerke darstellt, so umfangreich wurde auch unsere Recherche. Wir haben versucht, uns aufs Wesentliche zu beschränken, sodass das der Überblick wohl eher ein Einblick ist und nicht den Anspruch der Vollständigkeit erhebt. Bei den nächsten Folgen dieser Serie „Beton“ und „Holz“ dürfte sich der Umfang wieder normalisieren… versprochen.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen aussen
The Continental Railroad – Anlage Dennis und Chris Ferrigno
Text: Peter Böhmer · Bilder: Hendrik Hauschild
14
Ostalgisch mit vielen Details – Gartenbahn von Karsten Sprewitz
Text: Peter Böhmer · Bilder: Karsten Sprewitz
22
Fahrzeuge, Technik, Details
Eine Legende beim Vorbild – Baureihe 103 von PIKO für die Gartenbahn
Text: Hendrik Hauschild, Peter Böhmer · Bilder: Hendrik Hauschild
38
Kiss fertigt neuen Loktyp – Ge 4/4 II in Edelausführung
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
43
Süßer die Glocken nie klingen – Bau der Pola-Kirche
Text und Bilder: Andreas Franz
46
Rangierspaß serienmäßig – LGB liefert RhB-Traktor mit Massoth-Kuppler
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
48
Termine, Messen, Ausstellungen
„modell-hobby-spiel“ in Leipzig Mit dem Auge des Gartenbahners
Text: Andre Ulke, Peter Böhmer · Bilder: Peter Böhmer
50
Neues im Norden – Das Leeraner Miniaturland
Text und Bilder: Peter Böhmer
54
Vorbild
Dampflokomotiven der RhB – Die Geschichte der G 4/5
Text: Florian Huber · Bilder: RhB-Archiv
58
Ehrenlokführer bei der Selfkantbahn Teil 2 – Den Regler fest in der Hand
Text: Wolfgang Kuhn · Bilder: Wolfgang Kuhn, Eckhard Kroker
64
Werkstatt
Brücken auf der Gartenbahn Teil 2: Plaste, Plasik, Kunststoff
Text und Bilder: Peter Böhmer
32

volldampf 3/2018 – Nr. 103

volldampf 3/2018 – Nr. 103

Noch alle Noppen im Schrank?

Dass die Maßstabsdiskussionen gerade bei Betreibern der Gartenbahn immer wieder interessante Blüten treiben, ist uns allen bekannt. Bei Skalierungen von 1:22,5 bis mindestens 1:29, auf Schienen, die beim Vorbild als Brückenpfeiler herhalten könnten, sind die Unkenrufer natürlich nicht weit.

Weiter lesen...

Das ist nicht weiter verwunderlich. Auch wenn die Hersteller in den letzten Jahren mehr und mehr versuchen, die Modelle in korrekten Maßstäben zu produzieren, so bleibt die Gartenbahn ein stabiler, bespielbarer Kompromiss, wenn sie funktionieren soll.

Anscheinend liegt aber das Bemängeln von Produkten in der Natur des Menschen. Wir legen uns hier bewusst nicht auf einen Kulturkreis fest, da wir das Phänomen schon vielerorts feststellen konnten. Ein schönes Beispiel ist uns im offiziellen LEGO-Onlineshop über den Weg gelaufen. Da werden Maßstäbe über den LEGO-spezifischen Noppenabstand berechnet.

Auch der Autor dieser Zeilen war in früher Jugend ein begnadeter LEGO-Konstrukteur. Besonders die erste LEGO-Eisenbahn hatte es ihm angetan. Da war es ziemlich egal, dass die Schienen blau waren und die Schwellen mit umgerechnetem Drei-Meter-Abstand verlegt wurden. Gut, man muss zugeben, da hat LEGO schnell reagiert und beim Folgeprodukt den Abstand auf etwa 100 Millimeter verkleinert.

Bei den Gartenbahnen sind die angestrebten Veränderungen schon etwas filigraner. Hier diskutiert man über aufmodellierte oder freistehende Leitungen, über exakte, dem Vorbild in seiner Zeit entsprechende Beschriftungen und natürlich, wie soll es anders sein, über die Abmessungen. Gerade hier ist für Fans der maßstäblicheren Spuren reichlich Angriffspotential enthalten. Da kommt uns ein Spruch eines Spur-I-Anwenders in den Sinn, der unermüdlich die Vorteile seiner Spur kundtun musste: „LGB, das heißt doch zu lang, zu groß, zu breit…“

Um es mit den Worten eines LEGO- Fans zu sagen: „Noch alle Noppen im Schrank?“

Doch sollten wir uns an dieser Stelle nicht besser um unsere eigenen Noppen kümmern? Die Befindlichkeiten in der Gartenbahnszene wurden bekanntlich in den letzten Monaten leicht überdurchschnittlich polarisiert. Wer etwas zu sagen hat, der tut es, Möglichkeiten im Web gibt es ja genug. Da ist man froh, wenn das Unverständnis um die DSGVO an vielen Stellen die Diskussionen unsichtbar gemacht hat.

Was aber allen geäußerten Ansprüchen gemein ist, scheint der Gedanke zu sein, die LGB wieder groß und familientauglich zu machen. Dass Märklin hier auf dem richtigen Weg ist, konnte man beim Fest zu „50 Jahre LGB“ im Mai in Jöhstadt erkennen. Besonders Geschäftsführer Wolfrath Bächle macht keinen Hehl daraus, dass ihm die schmale Spur und die LGB am Herzen liegen.

Was Märklin zusammen mit der VGBahn und der Preßnitztalbahn für ein halbes Jahrhundert LGB auf die Beine gestellt haben, sehen sie in dieser Ausgabe der „volldampf“. Wer nicht dabei gewesen ist, hat leider viel verpasst.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen
Ihr Kaffee kommt mit der Eisenbahn – Das Haus der Modellbauer
Text und Bilder: Peter Böhmer
20
Graubünden hinter dem Reihenhaus – Die Anlage der Familie Wyss
Text: Peter Böhmer · Bilder: Familie Wyss
28
Fahrzeuge, Technik, Details
Besonderes zum LGB-Jubiläum – Dampfschneeschleuder Xrot d 9213
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
50
LGB erweitert Wagenflotte – Neuer RhB-Salonwagen
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
52
Namen und Notizen
Weihnachtsgrüße per Gartenbahn – Die klingende LGB
Text: Peter Böhmer · Bilder: Dynamikum Pirmasens e.V.
60
50 Jahre LGB – Von den Anfängen bis in die Gegenwart
Text: Hendrik Hauschild, Peter Böhmer · Bilder: Thomas Aschwanden, LGB, Christian Ticar
64
Only for Kids?
Text: Andreas Franz · Bilder: Hendrik Hauschild
74
Neben der Spur
99-Jährige kehrt vom Kuraufenthalt zurück
Text: Andreas Franz · Bilder: Heide Baumgärtner/HSB
70
Quedlinburger-Brocken-Express
Text: Andreas Franz · Bilder: Hendrik Hauschild
70
Kleine Welt, großer Traum
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
71
Train Line Store Wernigerode in neuen Räumen
Text und Bilder: Peter Böhmer
71
Vorbild
Party bei der MGB – Rollende Après-Ski-Bar
Text: Hendrik Hauschild · Bilder: Andermatt Swiss Alps AG, Patrick Wehrli/Alex Hohl
54
Erstes Club 1889-Jugendprojekt – Niederbordwagen der RhB
Text: Club 1889 · Bilder: Armin Brüngger, Koni Zingg
58
Werkstatt
Ladegut mal anders – Wetterfester Schotter
Text und Bilder: Peter Böhmer
38
Sächsische Diät- I K-Zug wird schmaler
Text: Andreas Franz · Bilder: Ronald Riedel
40
Historisches im Eigenbau – RhB-Zweiachser auf der Gartenbahn
Text: Hendrik Hauschild · Bilder: Hans-Peter Langula
44

volldampf 2/2018 – Nr. 102

volldampf 2/2018 – Nr. 102

Eine Insel mit zwei Bergen

Es war im Jahr 1961, in Berlin wird eine Mauer errichtet und eine Grenze teilt Deutschland für lange 28 Jahre. Im Juni nimmt aus Mainz das Zweite Deutsche Fernsehen seinen Sendebetrieb auf. Um das Programm empfangen zu können, braucht man für unerschwingliche 80,- DM einen UHF-Konverter und eine zusätzliche Antenne. So bleibt das Erste die Informationsquelle für die Meisten. Es gibt einen Sendeschluss mit anschließendem Bildrauschen. Aber die ARD senden schon sonntags ein Kinderprogramm. Unvergessen dabei die spannenden Geschichten der Augsburger Puppenkiste natürlich in Schwarz-Weiß.

Weiter lesen...

Im besagten Jahr fieberten Kinder den Folgen von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ entgegen. Geraubt von der Wilden 13 wuchs Jim auf Lummerland auf. Sein Freund Lukas war Lokomotivführer auf der Lok Emma und Jim Knopf begleitete ihn jede freie Minute. Als Lummerland zu klein wurde, begaben sich Lukas, Jim und Emma auf eine abenteuerliche Reise rund um die Welt.

Der große Erfolg lag sicherlich auch an den Wünschen der Kinder in den 60er Jahren. Lokomotivführer war der Traumberuf. Nach der Sendung konnte man dann mit der eigenen Eisenbahn spielen. Damals hatten wohl jeder Junge und bestimmt auch viele Mädchen eine Modelleisenbahn von Märklin, Fleischmann, Trix oder weiter im Osten von Piko, Gützold oder Zeuke im Kinderzimmer.

Wir haben in der „volldampf“ schon viel versucht, das schönste Hobby der Welt wieder ins Bewusstsein von Kindern, Eltern und Großeltern zu rücken. Prominente Unterstützung hatten wir dabei von Eisenbahn-Romantik-Redakteur Hagen von Ortloff und den Märklin- Geschäftsführern Florian Sieber und Wolfrad Bächle. Diese Bemühungen haben nun einen neuen vielversprechenden Anlauf genommen.

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg wurde das Fachpublikum am Eingang der Eisenbahnhalle 4a von einer Lok im Maßstab 1:1 begrüßt. Blickfang war die originale Requisite aus dem Film „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, der von der Warner Bros. GmbH nun mit „richtigen“ Schauspielern verfilmt wurde. Emma war der Mittelpunkt des Märklin-Standes. Lummerland in 1:87 mit gruseligen Vulkanen, passenden Wagen und der Spielteppich warteten auf die Order des Fachhandels.

Da der Film zu Ostern in den Kinos anlaufen sollte, musste Märklin bis dahin die H0-Anfangspackung an die Händler bringen. Es funktionierte und kurz vor der Premiere konnte man aus Göppingen hören: „Bei uns ausverkauft! Zweite Auflage folgt.“. Der Handel hatte sich eingedeckt und nun liegt es an Vätern und Opas nicht nur im Kino, sondern auch im Kinderzimmer den Traum vom Lokomotivführer für knapp drei Fünfzigeuroscheine weiter zu verfolgen.

Nach der Premiere am 18. März in Berlin lud Märklin in drei Kinosäle in Göppingen ein. Für fünf Euro Eintritt gab es zusätzlich ein Getränk und das übliche Popcorn. Vor Beginn des Films wurden Wagensets und als Hauptpreis die Anfangspackung verlost. Eine tolle Aktion.

Weshalb berichtet nun ein Gartenbahnmagazin wie die „volldampf“ von einer H0-Lok, werden Sie sich fragen. Die Antwort ist jedoch recht einfach – haben wir nicht alle mal „klein“ angefangen. Viele gestandene Gartenbahner haben ihr Modellbahnleben mit Z, N, TT oder H0 begonnen und irgendwann den Anschluss nach IIm bekommen. Wir wünschen jedenfalls der kleinen Emma viele Abenteuer mit Drachen, Scheinriesen und Piraten in der grenzenlosen Fantasiewelt unserer Jüngsten.

Natürlich haben wir von der „volldampf“ LGB-Produktmanager Andreas Schumann als auch Märklin Geschäftsführer Wolfrad Bächle gelöchert. Gibt es Emma auch in 1:22,5? Die Antwort war leider ein Nein. Die Formen und damit der Endpreis einer LGB-Emma sind hoch, die Auflage begrenzt. Eine 300-Euro- Startpackung wäre unmöglich zu finanzieren. So bleibt uns nur zu hoffen, dass die Lok im H0-Maßstab viele Kinderherzen erobern wird. Vielleicht erreicht uns aber bald auch der erste Baubericht über eine Emma für die Gartenbahn.

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen aussen
Die Anlage von Byron und Marta Fenton – Gold Dust & Red Rocks Railway
Text: Peter Böhmer · Bilder: Hendrik Hauschild
14
Mit dem ICE auf Rügen – Anlage Ingo und Frank Walther
Text: Peter Böhmer · Bilder: Hendrik Hauschild
20
Fahrzeuge, Technik, Details
Decoder verschwindet im Weichenantrieb – Digital aber unsichtbar
Text: Andreas Franz
50
Die Bernina-Gruppe als Motiv – LGB-Jubiläumslok der RhB
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
52
Die neue von PIKO – Dampflok der Baureihe 95
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
54
Neben der Spur
Faust Barwagen in neuem Gewand
70
100. volldampf – Ein Dankeschön
Text und Bilder: Peter Böhmer
70
25 Jahre in kommunaler Regie bei der HSB
70
Großes Fest in Sachsen – LGB feiert runden Geburtstag
71
Aktuelles vom Niederländer Wim Pater
72
Vorbild
Bergkönigin löst Zahnstange ab – Die Baureihe 95 erobert den Harz
Text: Hendrik Hauschild · Bilder: Dieter Oehme, Hendrik Hauschild
58
Unterwegs mit Tanago-Tours – „Schwarzfahrer“ auf Rügen
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
62
Xrot d 9213 – Die Dampfschneeschleuder der RhB
Text: Hendrik Hauschild
66
Werkstatt
Alles was Räder hat… Autos auf den Schienen
Text und Bilder: Peter Böhmer
30
Vilsen-Ort in 1:22,5 – Ein Bahnhof für das Gartenbahncafe „VOLLDAMPF“
Text und Bilder: Wolfgang Wessels
38
Die Fahrzeuge von Gerwin Poschner – Mit Liebe zum Detail
Text und Bilder: Peter Böhmer
44

volldampf 1/2018 – Nr. 101

volldampf 1/2018 – Nr. 101

50 Jahre LGB, 50 Jahre Gartenbahn?

1968 gilt landläufig als das Jahr der „sanften“ Rebellion. Wer sich heute als Kind der 68er bezeichnet, war irgendwo politisch aktiv und gegen die alten Strukturen. In jedem Fall haben sie daran mitgewirkt, die Gesellschaft zu verändern. Neben den Veränderungen in Medien, Kunst und Politik gab es 1968 aber auch eine kleine Revolution ganz anderer Art. Die kleine Stainz-Lokomotive – für damalige Verhältnisse eine riesige – erblickte das Licht der Welt. So mancher gestandene Modellbahner traute seinen Augen nicht: Was hatten die sich bei Lehman nur dabei gedacht?

Weiter lesen...

Weiter lesen…“Wo Detaillierung und Miniaturisierung immer neue Rekorde einfuhren, setzten Wolfgang und Eberhard Richter auf ein ganz anderes Pferd. Ihre Bahn war erstens groß und sollte zweitens wind- und wettertauglich sein. Anfangs belächelt, setzte sich die Gartenbahn aber schnell durch. Die 70er und 80er Jahre sind wohl als Hochzeit der LGB anzusehen. Danach geriet auch die Gartenbahn in den Strudel, der von den Veränderungen im Spielverhalten durch moderne Technik verursacht wurde. Unverwüstliche Qualität und viele hunderttausend verfügbare Altmodelle taten ihren Teil dazu.

In diesem Jahr feiert die Marke LGB also ihren 50. Geburtstag. Viele Events, von privaten Veranstaltern, Vereinen oder von „oberster Stelle“ aus dem Hause Märklin, werden dieses Ereignis begleiten. Als erstes sind hier die Ausstellung der Familie Franke in Lauta und die Märklin- Auftaktveranstaltung zu 50 Jahre LGB zu nennen. So feiern wir mit und freuen uns, dass unser Hobby nun mittlerweile die dritte Generation Gartenbahner erfreut.

Nicht wenige Hersteller versuchten damals, auf den neuen Zug aufzuspringen. Als Beispiel ist hier die Firma Mausolf zu nennen, die 1970 mit den Spuren I, 0 und sogar H0 in den Garten wollte.

Doch war da nicht schon vorher etwas? Die personenbefördernde Gartenbahn war schon seit langem bekannt. Diese hatte zwar mehr touristischen Charakter und ist weniger als Modellbahn zu sehen. Wenn wir uns an der Gartenbahn orientieren, wie wir sie heute kennen und betreiben, so darf man auch schon mal etwas weiter zurückschauen.

Wenn man das tut, landet man im Jahr 1929. Bekonscot Model Village& Railway, westlich von London, ist vermutlich die älteste Gartenbahn der Welt. Roland Callingham hat die Anlage in den 20er Jahren als Spielbahn für seine Kinder entworfen. Die Abmessungen der Fahrzeuge und Gleise ähnelten schon sehr dem heutigen Anspruch an die Spur „G“, sodass in den 70er Jahren der Umbau der Lokomotiven mit LGB-Getrieben und eine Neuverlegung der Strecke mit LGB-Gleisen den Fortbestand der Anlage bis heute sicherte. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Auch wenn „nur“ die Marke des ersten Serienherstellers und nicht die Gartenbahn selbst 50 wird, wir lassen uns das Feiern bestimmt nicht nehmen und freuen uns mit LGB über 50 Jahre Gartenbahn in der Nenngröße II auf IIm-Meterspurgleisen, auf denen alles fährt, was einen Radabstand von 45 Millimetern aufweist. Einfach „G“…

Ihr „volldampf“-Team

 

Inhalt

Anlagen
Ihr Kaffee kommt mit der Eisenbahn – Das Haus der Modellbauer
Text und Bilder: Peter Böhmer
20
Graubünden hinter dem Reihenhaus – Die Anlage der Familie Wyss
Text: Peter Böhmer · Bilder: Familie Wyss
28
Fahrzeuge, Technik, Details
Besonderes zum LGB-Jubiläum – Dampfschneeschleuder Xrot d 9213
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
50
LGB erweitert Wagenflotte – Neuer RhB-Salonwagen
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
52
Namen und Notizen
Weihnachtsgrüße per Gartenbahn – Die klingende LGB
Text: Peter Böhmer · Bilder: Dynamikum Pirmasens e.V.
60
50 Jahre LGB – Von den Anfängen bis in die Gegenwart
Text: Hendrik Hauschild, Peter Böhmer · Bilder: Thomas Aschwanden, LGB, Christian Ticar
64
Only for Kids?
Text: Andreas Franz · Bilder: Hendrik Hauschild
74
Neben der Spur
99-Jährige kehrt vom Kuraufenthalt zurück
Text: Andreas Franz · Bilder: Heide Baumgärtner/HSB
70
Quedlinburger-Brocken-Express
Text: Andreas Franz · Bilder: Hendrik Hauschild
70
Kleine Welt, großer Traum
Text und Bilder: Hendrik Hauschild
71
Train Line Store Wernigerode in neuen Räumen
Text und Bilder: Peter Böhmer
71
Vorbild
Party bei der MGB – Rollende Après-Ski-Bar
Text: Hendrik Hauschild · Bilder: Andermatt Swiss Alps AG, Patrick Wehrli/Alex Hohl
54
Erstes Club 1889-Jugendprojekt – Niederbordwagen der RhB
Text: Club 1889 · Bilder: Armin Brüngger, Koni Zingg
58
Werkstatt
Ladegut mal anders – Wetterfester Schotter
Text und Bilder: Peter Böhmer
38
Sächsische Diät- I K-Zug wird schmaler
Text: Andreas Franz · Bilder: Ronald Riedel
40
Historisches im Eigenbau – RhB-Zweiachser auf der Gartenbahn
Text: Hendrik Hauschild · Bilder: Hans-Peter Langula
44

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen