Editorial der Ausgabe 2020/04
Östereich ist tot, es lebe Österreich...

Am 22. September 2020 wurde zwischen der Rhätischen Bahn (RhB) und den Niederösterreich Bahnen, oder besser der Mariazellerbahn, eine Partnerschaft ins Leben gerufen. Dass sich diese Partnerschaft mehr im Bereich von Planung und Marketing und weniger bei den Fahrzeugen und Gleisanlagen beweisen soll, erklärt sich dadurch, dass die Mariazellerbahn zwar auch auf schmaler Spur unterwegs ist, mit ihren 760 Millimetern jedoch weitaus schmaler als die RhB bestückt ist.

Die elektrifizierte Bahn fährt von der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten bis in den steirischen Wallfahrtsort Mariazell. Dabei überquert sie 19 Viadukte und fährt durch 21 Tunnel. Mit einer Streckenlänge von 84 Kilometern ist sie die längste Schmalspurbahn Österreichs und zählt seit 2010 zu den Niederösterreich Bahnen. Wie war das noch bei der Gartenbahn? Österreich, ein Thema, das uns in den letzten Jahren kaum noch berührt hat. Wenige bis keine neuen Fahrzeuge verließen die Werkstätten der großen Hersteller. Obwohl die mögliche Auswahl mit Zillertalbahn, Waldviertelbahn, Ybbstalbahn oder Murtalbahn, um nur einige weitere zu nennen, nicht klein wäre. Alleine die Urlok der Marke LGB hält eisern die Fahne für Österreich hoch und erscheint immer mal wieder in einer neuen Version. Stainz? Österreich? Werden sich viele fragen: Ja, tatsächlich, die älteste aller in Serie hergestellten Gartenbahnloks hat ihr Vorbild bei der Stainzer Lokalbahn auf der Strecke zwischen Stainz und Predings Wieseldorf. Dennoch ist es in den letzten Jahren recht ruhig bei diesem Thema geworden.

Die meisten der rund 20 Schmalspurbahnen sind in Österreich auf einer Spurweite von 760 Millimetern zuhause. Nur wenige haben einen Schienenabstand wie die RhB von 1.000 Millimetern. Im Grunde aber Vorbilder genug. Firmen und Kleinserienhersteller wie die Lotus Lokstation mit ihrer damaligen „Bahnhofsvorsteherin“ Marion Hötzel wussten das Alpenland mit seinen vielen Schalspurbahnen immer wieder in den Blick der Nürnberger Hersteller bei LGB an der Saganerstraße zu rücken.

Vielleicht fällt durch die neue Partnerschaft der Fokus auch bei der Gartenbahn wieder mehr auf die Österreichischen Bahnen. Vielleicht gibt es dann auch mal wieder neue Wagen oder gar eine als Formneuheit ausgewiesene Lokomotive. Es müssen ja nicht die hypermodernen Schlachtschiffe der Zillertalbahn oder noch eine plattgedückte U-Reihe-Lok sein.

Wie wäre es zum Beispiel mit der schönen kleinen Dampflok Nr. 13 der Gurktalbahn? Ein B-Kuppler, der sich bestimmt gut auf der 45-Millimeter-Spur machen würde.

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