Editorial der Ausgabe 2020/02
Kein Ende in Sicht...

Bereits seit mehreren Monaten ist die Welt im Ausnahmezustand. Noch auf der internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg, Anfang Februar, waren uns die Umstände sehr viel bewusster geworden, besonders, wenn eine Schar chinesisch aussehender Menschen unseren Weg kreuzte. Eigentlich war es aber damals mit Händewaschen getan. Der berühmte Sack Reis, der in China, beziehungsweise Wuhan, umfällt, irritierte uns nicht wirklich. Das änderte sich schlagartig, als die Corona-Krise auch bei uns medial in den Vordergrund trat. Das hatten wir doch etwas unterschätzt.

Auch wenn es viele erst einmal nicht glauben wollten, die Ereignisse betrafen auf nun jeden, überall und in vielen Bereichen. Wir wollen hier nicht das große Ganze kommentieren, dazu fühlen wir uns erstens nicht befähigt und zweitens auch nicht gefordert. Ein Blick, nur auf die Belange der Gartenbahn, ist da auch schon recht einschneidend.

Wir warteten bis Anfang Mai mit dem Verfassen dieser Zeilen, da sich die Umstände täglich änderten und bestimmt immer noch tun, wenn Sie sie lesen. Fakt ist, was nicht an Messen und Ausstellungen für dieses Jahr ausfällt, wird damit rechnen müssen, von Staats wegen „ausgefallen“ zu werden. Selbst die Intermodellbau in Dortmund wird ihren Verlegungstermin wohl kaum verwirklichen können. Aber, wie gesagt, die Umstände können sich täglich ändern. Vielleicht kommt noch jemand auf die Idee, Geister-Messen im Livestream zu veranstalten. Geht ja im Fußball anscheinend auch.

Am weitesten vorgegriffen haben bisher die Gartenbahner aus Grießheim. Ein Gartenbahnfest im Altenheim, selbst im Spätherbst, ist aus heutiger Sicht unvorstellbar.

Was also bleibt ist die eigene Gartenbahn. Schön, wenn man eine besitzt. Zeit haben viele von uns genug. Homeoffice, was zu minimierten Fahrzeiten beiträgt, Kurzarbeit oder gar zeitweise Firmenschließungen haben dafür gesorgt. Endlich Zeit, sich um lange geplante Projekte zu kümmern. Wie das aber immer so ist, meistens fehlt noch etwas. Glücklicherweise hatten die Baumärkte in Deutschland durchgehend geöffnet. Warum diese systemrelevant sein sollen, haben wir zwar nicht begriffen, aber es soll uns recht sein.

Beim Gartenbahnhändler sah das schon etwas schwieriger aus. Ladengeschäfte blieben uns versperrt. Alleine der Internethandel funktionierte – das jedoch auch nicht bei jedem. Schnell zeigte sich, welcher Händler oder Hersteller es geschafft hatte, bis dato sein Angebot umfassend und vor allem übersichtlich im Netz der Netze zu präsentieren.

Gespräche mit verschiedenen Anbietern zeigten die Unterschiede. Wo der eine froh war, wenn überhaupt Bestellungen eintrafen, kam der andere kaum zum Luftholen. Das spiegelte sich auch in der Aussage unseres Paketboten wider, der feststellte, „das ist ja mehr als an Weihnachten“. Besonders die Zulieferer für Bau- und Basteldetails kommen aus dem Staunen nicht heraus. „ Das kann gerne so weitergehen“, durften wir unter anderem vernehmen.

Die Frage, die sich uns nun stellt, ist: Was haben Sie mit Ihrer Zeit so angestellt? Gibt es bereits Fortschritte oder gar fertige Projekte für die Gartenbahn? Senden Sie uns ein bis zwei Bilder und ein paar kurze Worte oder einen Link, sodass sich auch andere Gartenbahner an Ihren Errungenschaften erfreuen können. In unserer August-Ausgabe werden wir einen Platz dafür freihalten.

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