Editorial der Ausgabe 2019/02
Früher war alles besser

Ende Februar besuchten wir für Sie die Spielwarenmesse in Nürnberg. Die Ankündigungen der etablierten Hersteller waren so umfangreich, dass unsere „volldampf“ aus den Nähten platzte. Einige, nicht weniger interessante Produkte mussten daher bis in den Mai warten, um den Weg in die „volldampf“-News zu finden. Hinzu kam die Faszination Modellbahn in Mannheim und die Intermodellbau in Dortmund, die weitere Produkte an den Tag brachten. Das war bei weitem noch nicht alles in diesem Jahr. Unser Messemarathon begann bereits im Januar mit der „Emsland-Modellbau“ und den Lipper Modellbautagen und endet vermutlich im November in Wien.

Dazwischen reihen sich die offenen Fahrtage, Gartenbahn-Events und Herstellermessen wie Perlen auf dem Faden auf. Mehrere „große“ und viele kleine Hersteller lassen das Neuheiten-Karussell nur so rotieren. Na gut, vieles sind Formoder Farbvarianten früherer Modelle, aber deshalb nicht weniger wünschenswert.

LGB hat gezeigt, dass man willens ist, an die hohe Qualität früherer LGB-Produkte anzuschließen oder vielmehr, das noch zu übertrumpfen. Der Hersteller PIKO brachte im letzten Jahr sage und schreibe drei Lokneuheiten auf die Gartenbahnen und dass die Firma Train Line von Bünde nach Kirchlengern expandieren musste, hat auch nichts mit schlechten Absatzzahlen zu tun.

Das sieht doch nach den mageren Jahren alles recht gut aus, ist aber wohl bei vielen Gartenbahnern noch nicht angekommen. In Gesprächen hören wir immer wieder den Satz: „Damals war alles besser“. Ein Spruch, den man übrigens nicht nur im „pessimistischen“ Deutschland hört, auch der Engländer kann mit seinem: „Everything was better before”, gut mithalten.

Doch mit unserem Gedächtnis ist das so eine Sache. Wie war das noch früher wirklich? Natürlich super! Die Sommer waren noch Sommer und im Winter lag Schnee. LGB brachte jedes Jahr eine Lokneuheit und wenn du mal ein Ersatzteil gebraucht hast, hat Frau Grimm es persönlich vorbeigebracht…

„Rosige Retrospektion“ nennen es Psychologen, wie wir die Vergangenheit durch die rosarote Brille sehen. Zahlreiche Studien zeigen: Gerade im Rückblick machen wir uns die Welt wie das kleine schwedische Mädchen: wie sie uns gefällt. Aber mal ehrlich, die erste Fernseh-Pippi war doch wirklich besser als die andere oder die aus der Trickfilmserie, oder…?

Einer meiner Lieblingsfilme ist „Midnight in Paris“ von Woody Allen. Hier wünscht sich der Hauptdarsteller Owen Wilson in die glorreichen 1920er Jahre zurück um dann festzustellen, dass seine Angebetete in dieser Epoche lieber im Paris der Belle Époque im 17. Jahrhundert gelebt hätte. Die Quintessenz des Streifens ist jedoch: Früher war nicht alles besser, nur eben anders.

Die Gegenwart und die Zukunft sind immer das, was Sie selbst daraus machen. Hören wir also auf. in allem den Fehler zu suchen, sondern lassen sie uns einfach mal wieder spielen, denn dazu ist unser Hobby geschaffen. Wenn es dann wirklich mal etwas zu meckern gibt, lesen Sie es in der „volldampf“, nehmen es wahr und vergessen Die Gegenwart und die Zukunft sind immer das, was Sie selbst daraus machen. Hören wir also auf. in allem den Fehler zu suchen, sondern lassen sie uns einfach mal wieder spielen, denn dazu ist unser Hobby geschaffen. Wenn es dann wirklich mal etwas zu meckern gibt, lesen Sie es in der „volldampf“, nehmen es wahr und vergessen es am besten wieder ganz schnell.

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