Editorial der Ausgabe 2017/04
Das schönste Hobby der Welt...

Die Beschäftigung mit der Modelleisenbahn ist das schönste Hobby der Welt. Zumindest für mich und sicher noch eine ganze Anzahl von Menschen auf diesem Planeten. Die Baugröße spielt dabei keine Rolle, denn die Faszination ist nicht abhängig vom Maßstab. Wenn sich der Virus einmal im Körper befindet, wird er diesen nicht mehr verlassen.

Die Liebe zur Modellbahn kann, ja, sie muss weitergegeben werden. An die nächsten Generationen. Mein Enkel Louis ist unterdessen 13 Jahre alt und immer noch ein Fan der großen und der kleinen Eisenbahn. Allerdings gibt es auch noch andere Dinge in seinem Leben, die ihn faszinieren, so dass die Modellbahn nicht das allein seligmachende Hobby ist. Das ist aber kein Problem, Hauptsache, er kann sich auch für das Thema Modellbahn begeistern. Seine Begeisterung gilt dabei nicht dem Anlagenbau, sondern der Steuerung.

Bei der PMW in Winnenden hilft er in den Weihnachtsmonaten bei der Steuerung der großen H0-Anlage. Die riesige Gartenbahn beim Eisenbahntreffpunkt Schweickhardt in Waiblingen-Beinstein lädt zweimal im Jahr zum Gartenbahnfest ein und da ist mein Louis seit Jahren dabei. Es macht ihm so großen Spaß, dass er darauf hingewiesen werden muss, dass auch Essen und Trinken zur Fahrdienstleitung gehören...

Ich bin sehr stolz auf ihn, denn die Aufgabe des (Modellbahn)-Fahrdienstleiters ist keine einfache, sie erfordert Konzentration, Übersicht und Kreativität. Und das sehe ich bei ihm. Er versteht in seinem Alter von der Steuerung bereits wesentlich mehr, als sein Großvater jemals begreifen wird.

Meine bevorzugte Spurweite, neben H0 mit den Blechgleisen und den Zähnchen, ist die Spur S. Eine Baugröße, die kleiner ist als Null, nach dem Krieg auf den Markt gebracht wurde, aber keine Chance hatte, sich zu behaupten. Die Firma Bub in Nürnberg und die Firma Stadtilm aus Thüringen haben sich, mit massigem Erfolg, etwa ein Jahrzehnt an dieser Größe versucht. Deshalb sind Fahrzeuge in der Größe 1:64, Spurweite 22,5 mm heute durchaus gesucht. Ich habe vor drei Jahrzehnten begonnen, diese „Exoten“ zu sammeln, allerdings nicht intensiv. Unterdessen reicht es gerade für eine dem Wohnzimmerschrank, sehen schön aus, müssen sich aber gegen das Einstauben wehren.

Unser Hobby ist großartig, aber das wissen noch viel zu wenig Menschen, deshalb benötigen wir eine Art Gedenktag, einen Tag, an dem unser Hobby auch öffentlich im Mittelpunkt steht. Ich bin ich sehr froh, dass man den 2. Dezember als den „Internationalen Tag der Modelleisenbahn“ eingerichtet hat. Da kann jedermann sein Hobby zur Schau stellen und den kleine Anlage, um auf Ausstellungen und Messen, diese recht unbekannte Baugröße zu präsentieren. Gartenbahner bin ich keiner, hege aber durchaus Sympathie für die teilweise sehr naturbezogenen Anlagen. Ich selbst habe zu meinem 50. Geburtstag eine Sächsische IV K geschenkt bekommen, zu der im Laufe der Jahre sechs Güterwagen aus der Produktion des Seifhennersdorfer Eisenbahnfleischers Wolfgang Frey hinzugekommen sind. Die Fahrzeuge stehen auf Betrachtern die Faszination der Modelleisenbahn hautnah präsentieren. Ich hoffe, dass die Initiative immer mehr Anhänger und Erfolg verzeichnen möge.

Ansonsten gratuliere ich dem Gartenbahnmagazin „volldampf“ zur 100. Ausgabe und wünsche auch in Zukunft gute Ideen und zufriedene Leser.

Herzlichst
Hagen von Ortloff

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