Editorial der Ausgabe 2017/02
Editorial Urban-Gardening

Ob in Pflanzkisten auf dem Dach des Hochhauses oder in kleinen, grünen Oasen im Hinterhof: Es wird fleißig gesät, gegossen, gejätet und geerntet in den Metropolen der Welt. Der Städter entwickelt sich vom Jäger und Sammler langsam zum Ackerbauern. Urban Gardening heißt das Zauberwort. Schöne Sache, die Betonwüsten werden wieder etwas grüner – zumindest von oben gesehen.

Leider hat die neue Mode auch ihre Nachteile. Möhren, Tomaten und Mangold hatten laut Studien im Vergleich zu auf dem Land produzierten Supermarkt- Angeboten deutlich höhere Anteile an Zink, Blei und Kupfer. Auch bei Nickel und Cadmium waren die Werte erhöht. Da fragt man sich doch, ob das gesund ist.

Aus unserer Sicht kann man sich diesem Thema aber auch ganz anders nähern. Vor der Gartenbahn war fast immer ein Garten da. Reduziert man die Nutzung des Dachgartens auf das reine Betrachten, ist die Grundlage für eine Gartenbahn nicht weit. Selbst zwischen Petersilie und Kohlrabi ist eine Gartenbahn ein sinnvoller Zusatznutzen.

Wir würden zwar mit unseren alten, bleigewichtigen Loks wieder eine Menge Schwermetall ins Beet bringen, das aber reichlich gesünder, als die urbane Umwelt in der Lage ist.

Doch wer Gartenbahn spielen möchte, der braucht auch rollendes Material. Wo es noch vor wenigen Jahren, durch die Pleiten in der Modellbahnindustrie, recht dürftig aussah, überhäufen uns die Hersteller mittlerweile mit immer neuen Modellen. PIKO lässt es sich nicht nehmen, jährlich mindestens eine Lok neu aufzulegen und das Angebot an Wagen kontinuierlich zu erweitern – und das zum Teil immer noch zu moderaten Preisen. LGB arbeitet langsam aber sicher die Missstände der vergangenen Jahre auf, komplettiert und berichtigt Fahrzeuge und ist ebenfalls immer für eine Überraschung gut. Hier hat sich das Preisgefüge im Gegensatz zu früheren LGB-Tagen deutlich nach oben korrigiert.

Zuletzt Train-Line, die wir nun ebenfalls zu den Großen zählen dürfen. Durch die Kooperation mit Modelbouw Boerman aus den Niederlanden hat sich die Position des Herstellers gefestigt, qualitativ hochwertige Modelle verlassen das Werk in Bünde und die leidliche Ankündigungspolitik ist auf ein glaubhaftes Maß gesunken.

Letztlich freuen wir uns auf jedes neue Modell, auch wenn wir es nicht gleich unser Eigen nennen können. Es macht die Gartenbahn bunter und lockt die Jäger und Sammler in uns, eine Eigenschaft, von der wir uns auch nicht freisprechen können.

Ihr „volldampf“-Team

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