Editorial der Ausgabe 2017/01
Ein bischen langsamer...

Manche Winterabende sind lang und wenn man sich nicht mit der Modellbahn beschäftigen kann, kommt der eine oder andere schon mal ins Grübeln – so auch wir. Da macht man sich, nicht erst seit Kurzem, Gedanken, ob man nicht auf einem Holzweg ist. Digitale Medien, vorweg das Internet, überschütten die Menschen mit Informationen – ob sie es wollen oder nicht. Gedruckte Informationen, wie zum Beispiel die in der „volldampf“, welche Sie gerade in Ihren Händen halten, scheinen da fast zum alten Eisen zu gehören.

Doch irgendwie rafft man sich immer wieder von neuem auf, weil da doch etwas ist. In den Gesprächen mit unseren Lesern erfahren wir so viel Resonanz, selbst an Stellen, wo man es nicht erwartet hat. Gut, allen kann man es nicht recht machen und nicht jede „volldampf“ trifft den uneingeschränkten Geschmack aller Leser. Dieses hehre Ziel sollte man sich auch nicht setzen.

Die Gedanken über das Internet und die globalisierte Informationsflut kontra gedruckte Medien bekamen neues Futter, als uns eine wissenschaftliche Vertiefung vom Hirnforscher Hans- Georg Häusel ins Auge fiel. „Wer verstehen will, braucht Print“. Häusel erklärt dort, wie gedruckte Medien die Sinne ansprechen und ihre Wirkung entfalten.

In dem Moment, in dem ein Mensch ein Smartphone oder Tablet in die Hand nimmt, schaltet sein Gehirn in den sogenannten Goal Mode, also den Zielmodus. Der Nutzer möchte relativ schnell ein Ziel erreichen, das Gehirn sucht eine Belohnung. Das ergibt eine Art Stress. Ganz anders, wenn ein Mensch eine gedruckte Zeitschrift in die Hand nimmt: Dann schaltet sein Gehirn in den Flaniermodus. Er ist entspannter und nimmt Inhalte anders auf.

Das ist wohl die Antwort auf viele Fragen und sie gibt uns das Gefühl etwas Richtiges zu tun. Mit diesem Wissen ausgerüstet, kann ein Winterabend spannend werden. Greifen Sie mal wieder ins Regal und werfen Sie einen Blick in die „alten“ Magazine. Sie werden erkennen, wie Ihr Gehirn in den Flaniermodus schaltet und sie sich von Seite zu Seite weiter tragen lassen. Am Ende stehen dann wieder neue Ideen für die kommende Gartenbahnsaison. Das schöne ist, Sie wissen, wo es steht – im Gegensatz zur Information im Internet, die Morgen schon wieder unter einem Wust an Unsinnigem und Unwahrheiten verschüttet ist.

Flanieren Sie durch unser gemeinsames Hobby und blicken Sie in die Schaufenster und Werkstätten der Kollegen. Tun Sie es den Dampfrössern gleich, die mit wenigen Stundenkilometern gemütlich über die Gartenbahn schnaufen. Sie glauben nicht, wie langsam man ans Ziel kommen kann….

Ihr „volldampf“-Team

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