Editorial der Ausgabe 2013/03
Alle Wetter...

Wenn man nichts zu sagen hat, ist man sehr schnell beim Wetter. Darüber könnte man in diesem Jahr, besonders was die Gartenbahn angeht, trefflich diskutieren. Der extrem lange Winter, ein regelrecht abgesoffenes Frühjahr und Sommertagen, an denen es nicht mal Hunde vor die Türe treibt, waren uns beschert. Lassen wir das mit dem Wetter also und wenden wir uns der Gartenbahnszene zu.

Was ist los im Hause Märklin? Nach mehr oder weniger markanten Ausreißern in der Gartenbahnproduktion der letzten Monate sollte der Hersteller doch eigentlich gewarnt sein. Irgendwann kann man sich nicht mehr auf den Lorbeeren des Vorgängers ausruhen, sondern wird an seinen eigenen Taten gemessen. Mit vielen ausgelieferten Fahrzeugen lief die Produktion anscheinend gut, so gut, dass man Etliches davon „supergünstig abgeben konnte“. Nach der fehlerhaft montierten E 10 und dem Rückruf der Loks in Werk, ohne Begründung oder Angabe von Terminen, fühlen sich viele Gartenbahner sichtlich auf den Schlips getreten.

Dunkle Wolken liegen über Göppingen und die Gewitter im Hintergrund möchte man gar nicht mitbekommen. Wie wir in der letzten Ausgabe der „volldampf“ bereits vermutet hatten, dreht sich das Personalkarussell schon. Geschäftsführer Stefan Löbisch, gefeierter Insolvenzretter, hat das Werk – auf eigenen Wunsch – verlassen. Hoffen wir, dass sich der Sturm bald wieder legt und LGB wieder LGB wird.

Ganz anders dagegen in Sonneberg. Dem heimatlichen Hügel zu Ehren scheint, aus Gartenbahner-Sicht, über Piko die Sonne aufzugehen. Nachdem der Hersteller schon viele sehr schöne und gut detaillierte Loks geliefert hat, geht er nun auch endlich das leidige Getriebeproblem an. Ein neues Antriebskonzept mit neuen Motoren und Kugellagerung verspricht rosige Zeiten. Ob Piko hier nur schönes Wetter beim Endkunden machen will oder ob die Antriebe halten, was sie versprechen, wird sich zeigen.

Auch bei Train Line Gartenbahnen sieht man den Horizont. Die lang ersehnte Harzmallet geht in die Endrunde und soll neuen Wind in die Szene bringen. Wenn das Konzept der Hiddenhausener aufgeht, wird sich vielleicht auch noch ein warmer Regen einstellen. Auch hier wünschen wir das Beste.

Auch abseits der großen Namen tut sich etwas. Kleinserienhersteller nutzen die Möglichkeiten neuer Technologien und bringen unvermutet gute Qualität trotz geringer Stückzahlen. Alle Wetter, was da zum Beispiel aus der Schmiede von Ed´s Gartenbahnen auf uns zurollt.

Weitere Berichte über Material zur Ausstattung der eigenen Anlage erwarten Sie in dieser Ausgabe der „volldampf“. Anlagen- und Bauberichte komplettieren das Ganze, gespickt mit umfangreichen Informationen. Damit diese Ausgabe nicht ein Tropfen auf den heißen Stein ist, haben wir wieder alles daran gesetzt, Sie mit einer Flut an Informationen zu überraschen.

Nun haben wir doch wieder nur übers Wetter philosophiert, aber so ist das nun mal bei uns Gartenbahnern. Wir halten das aber wie Willhelm Busch (1832 - 1908): Der Weise äußert sich vorsichtig, der Narr mit Bestimmtheit über das kommende Wetter.

Ihr „volldampf“-Redaktionsteam

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