Editorial der Ausgabe 2012/03
Revolutionen und runde Jubiläen

Wenn man Gartenbahn-Fan ist und sich der Schmalspur verschrieben hat, ist man nicht gerade verwöhnt, was die Vorbilder angeht. Sieht man von den „Großen“, der Rhätischen Bahn oder den Harzer Schmalspurbahnen ab, ist man auf das Wochenendprogramm der kleineren und Museumsbahnen angewiesen.

Während man in deutschsprachigen Landen erstmals 1801 von der „Eisenbahn“ spricht, ist der Begriff „rail-road“ im englischen bereits seit 1734 im Gebrauch. Von der Eisenbahn wie wir sie kennen, kann man aber erst ab 1814 reden. Damals setzte der Engländer George Stephenson (* 9. 6. 1781, † 12. 8. 1848) eine Dampfmaschine, ersonnen von James Watt (* 19.1.1736 † 25.8. 1819) auf Schienen und startete damit eine Revolution im Transportwesen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, das bereits der Brite Richard Trevithick (* 13. 4. 1771, † 22. 4. 1833) dieses Prinzip anwendete, aber am zu hohen Gewicht der Züge auf spröden gusseisernen Schienen scheiterte.

Ab 1800 sprossen die Eisenbahnen, zuerst in England, wie Pilze aus dem Boden. 1835 fuhr die erste Eisenbahn, der Adler, in Deutschland von Nürnberg nach Fürth. Was nicht in die großen Streckennetze der Staatsbahnen eingegliedert wurde und sich dennoch bis heute erhalten hat, erfreut unser Herz mit Tradition und alter Technik. Wo einige Gesellschaften stolz auf ihren 100sten Geburtstag sind, feiern andere bereits die 125 Jahre. Da kommt ein Jahr wie dieses gerade recht. Die RhB freut sich über die Eröffnung der Rheinstrecke Chur – Disentis, die Surselva, vor 100 Jahren, die Preßnitztalbahn dampft im 120sten Jahr und im Harz feiert man „125 Jahre Selketalbahn“. Mit Sicherheit wird es auch in den kommenden Jahren noch viel zu Feiern geben, den irgendwo ist immer ein runder Geburtstag angesagt. Wir feiern gerne mit.

Auch auf der Gartenbahn gibt es eine kleine Revolution. Bisher bestand das Spiel mit der Bahn im Garten zum größten Teil daraus, Züge fahren zu lassen, am Bahnhof zu stoppen und wieder auf die Reise zu schicken. Rangieren und neue Züge zusammenzustellen war denen überlassen, die mit viel Aufwand zum Teil sehr filigrane Entkuppler an ihre Loks gebaut haben oder selbst Hand anlegten. Der Seeheimer Elektronik- und Zubehörspezialist Massoth bietet nun auf der Basis einer erprobten Technik einen neuen Entkuppler für Gartenbahnfahrzeuge an. Die motorisiert betriebenen Haken lassen sich zum Teil ohne oder mit geringem Aufwand an die standardisierte LGB-Hakenaufnahme anschrauben und einfach per Stecker mit einem vorhandenen Digitaldecoder verbinden. Somit ist der Einbau von Entkupplern nicht mehr den Spezialisten überlassen, sondern kann von jedem selbst durchgeführt werden. Wir gehen davon aus, dass diese kleinen Module das Spiel mit der Gartenbahn revolutionieren werden. Auf den Anlagen mit „volldampf“ ist das schon der Fall.

Das ist aber noch nicht alles. Was die Hersteller Neues bieten, sehen und lesen Sie in dieser Ausgabe der Gartenbahnzeitschrift „volldampf“

Ihr „volldampf“-Redaktionsteam

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