Editorial der Ausgabe 2010/02
Ein neues Jahr, ein neuer Anfang.

Ruhig ist es geworden. Vor der Spielwarenmesse im Februar rumorte es noch an allen Ecken und Enden. Davon ist nun nichts mehr zu spüren. Pünktlich zum Beginn der Gartenbahnsaison ist sich die Branche einig: Vorwärts muss es gehen. Die letzten Nachzügler stellen ihre Neuheiten 2010 vor. Die „Großen“ schnüren ihre Programme und in den Läden füllen sich wieder die Regale – auch wenn es in der Hauptsache Farb- und Formvarianten älterer Artikel sind.

Mehr als ein Jahr torkelte Europas größter Modelleisenbahnbauer Märklin durch die Untiefen seiner Insolvenz. Monatelang war man auf der Suche nach neuen Geldgebern und nun sieht es so aus, als könnten die Göppinger aus eigener Kraft die Probleme bewältigen. „Der Geschäftsverlauf bei Märklin ist sehr positiv“, berichtete Insolvenzverwalter Michael Pluta dem Gläubigerausschuss.

Auch über den Bereich LGB hat man sich bei Märklin Gedanken gemacht. Ein neuer Mann soll die Geschicke der Marke in die Hände nehmen. Neue Besen kehren bekanntlich gut. Es verwundert zwar, dass die alten noch kaum abgenutzt wurden, aber hoffen wir mal das Beste.

Dass es weitergeht, konnten wir bei einem Besuch der Märklin-Produktionsstätte in Ungarn feststellen. Bekannte Maschinen und Fertigungsstraßen aus Nürnberg produzieren dort unter neuer Regie und mit neuem Personal, die bekannten Modelle. Schade ist nur, dass das verloren gegangene „know how“ erst wieder mühselig neu erworben werden muss.

Damit die kommenden Modelle fahren können, braucht es Gartenbahnen. Wir haben für Sie in dieser Ausgabe vier Anlagen zusammengetragen, die unterschiedlicher nicht sein können. Ob traditionelle Gartenbahn, rückengerechte Echtdampfstrecke oder reine Show-Anlage. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ob die Hersteller ihre Versprechen von der Spielwarenmesse gehalten haben und was sie mittlerweile an den Handel ausgeliefert haben, sehen Sie in dieser Ausgabe. Dass man auch in vermeintlich schlechten Zeiten den Markt bewegen kann, zeigt „Liliput“. Mit der V3, einer umgestalteten Bachmann-Lok füllen sie mal so eben die Lücke, die die endlosen Richter-, Schöntag-, Märklin-Versprechungen um die HSB-Kö geschaffen haben.

Damit unsere Bastelfreunde nicht zu kurz kommen, haben wir in dieser „volldampf“ Grundlagenforschung betrieben. Was wären die Transportunternehmen ohne Europalette. Ein Blick aufs Original und aufs Modell zeigt: Ohne geht es gar nicht mehr.

Zum Schluss wollen wir noch einen Blick aufs Original werfen. Auch nach dem aufreibenden Jahr der UNESCO-Bewerbung ruhen die findigen Köpfe der RhB nicht. Mit einer großen Feier wurden die ersten fünf RhB-Triebzüge in den fahrplanmäßigen Einsatz entlassen, da steht im Juni mit „100 Jahre Bernina“ schon das nächste Event vor der Tür.

Ihr Redaktionsteam

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