Editorial der Ausgabe 2009/01
Überleben in der Wirtschaftskriese

Man kann es kaum noch hören. Ob man die Zeitung aufschlägt, Radio oder Fernseher einschaltet, es ist nichts anderes mehr zu hören als von einer Wirtschaftskrise, wie sie lange nicht da war. Ist das wirklich so oder wird die ganze Sache von Politik und Medien hochgespielt? Auf jeden Fall ist der kleine Mann verunsichert und die Großunternehmer haben ein Alibi, Leute zu entlassen. Ein Gutes hat die ganze Sache ja: Der Modellbahner bekommt vom Staat einen Zuschuss zum Kauf seiner neuen Gartenbahn, vorausgesetzt die alte Bahn ist mindestens zehn Jahre alt und wird verschrottet. Schade, dann werden die Verkäufe bei Ebay drastisch zurückgehen. Bei der Autoindustrie ist das schon seit Ende Januar Gesetz. Bei der Modellbahn gibt es bisweilen noch keinen Termin.

Von dem guten alten „Made in Germany“ können wir uns auch langsam verabschieden. Laut Medienberichten fördert unsere Kanzlerin, Frau Merkel, die Kooperation mit China, was nun die Waren aus China „gesellschaftsfähig“ macht. Muss man darüber noch reden? Machen Sie sich doch mal die Mühe und versuchen alle Waren des täglichen Lebens, „Made in China“ weg zu denken. Sie dürfen sich dann nicht wundern, wenn fast alle Menschen nackt über die Straße gehen.

Aber mittlerweile liefert China gute Qualität zu erschwinglichen Preisen. Ein Trend, der von dem gebeutelten Bürgern gern angenommen wird, auch bei Spielwaren und Modellbahnen. Nur schade, dass die Ersparnis nicht wenigstens zum Teil an den Verbraucher weitergegeben wird. Ein Trend, der auf der diesjährigen Spielwarenmesse zu verzeichnen war. War früher „Made in China“ ein Produkt im unteren Preisniveau, so wird frech, die „Billigware“ zum gleichen Preis wie „Made in Germany“ angeboten. War vor einiger Zeit ein Gartenbahnwagen, produziert in Deutschland zum Preis von 100,- Euro zu haben, so kostet dieser Wagen nun 120,- Euro, „Made in China“. Um diesen Argumenten aus dem Weg zu gehen, ist ja nun das „Made in EU“ aktuell. Man versteckt sich nur dahinter und lässt weiterhin zu Billiglöhnen in Polen, Tschechien, Rumänien und Ungarn produzieren – viel Freude mit der Modellbahn.

Die erste Resonanz auf die Neuheiten der bekannten Hersteller von Großbahnen in diesem Jahr, war eher enttäuschend. Seitenweise Farbvarianten werden dem Großbahner als Neuheit „untergejubelt“ Angekündigte Neuheiten, die stillschweigend, in 2008 vernachlässigt wurden, werden nun als „Neuheit“ gefeiert. An den Umsätzen war schon in 2008 zu erkennen, dass der Modellbahner sich nicht „veräppeln“ lässt. Ist die absehbare Insolvenz von Märklin nun die Quittung? Oder werden die Umstände hinter verschlossenen Türen als gute Möglichkeit gesehen, Ballast in Form von Schulden und langjährige Mitarbeiter los zu werden? Nachdenklich macht, dass Märklin in Ungarn gar nicht insolvent ist. Nun, wir werden sehen was im April geschieht, dann nämlich wird Märklin offiziell zum Verkauf angeboten. Und LGB?

Nun aber zu etwas erfreulicherem. Wenn Sie die Ausgabe 1/2009 in den Händen halten, ist die 60ste Internationale Spielwarenmesse gerade zu Ende. Wir haben wieder einige Überraschungen entdeckt, um dem Großbahner die Freude an der Modellbahn nicht zu nehmen. So bietet Brekina erstmals ein G-Modell in 1:22,5 an – zu einem Preis, dass die Modellbahn wieder Spaß macht. Immer mehr Kleinserienhersteller und Firmen, von denen man nicht erwartet hat, dass sie Modelle für die großen Spuren vorstellen, die reges Interesse in der Szene finden, werden den „Großen“ den Rang ablaufen. – Ob die das schon gemerkt haben?

Lesen Sie auf den nächsten Seiten, was wir für Sie, auf der Welt wichtigster Messe für unser Hobby, entdeckt haben. Wir haben festgestellt, dass wir mit dem Konzept unserer „volldampf“ voll im Trend unserer Leser liegen. Eine schier unüberschaubare Anzahl mit guten Wünschen zum neuen Jahr erreichte uns im Dezember, so viele, dass wir uns außerstande sahen alle persönlich zu beantworten. Aus diesem Grund möchten wir uns auf diesem Weg bedanken und unseren Lesern einen tollen Start in die neue Gartenbahnsaison wünschen. Einen besonders gelungenen Sylvestergruß wollen wir Ihnen aber nicht vorenthalten. Sybille und Peter Kügler kündigten uns einen Schwerlasttransport der besonderen Art an. Leider ist der Zug bisher noch nicht eingetroffen. Falls einer unserer Leser das Fahrzeug zwischen Leipzig und Duisburg gesehen hat, bitten wir um Nachricht.

In diesem Sinne
Ihr Redaktionsteam

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