Editorial der Ausgabe 2008/02
0180-Abzocke jetzt auch in der Modellbahnbranche
Erinnern Sie sich noch an die gute alte Zeit, wo der Kunde noch König war und der Händler oder Lieferant sich alle Mühe gab einen Kunden zu gewinnen oder zu halten. Gang und Gebe ist es mittlerweile, dass der Kunde abgezockt wird. Weil das „Kleingedruckte“ nicht richtig gelesen wird, fallen viele auf die Telefonabzocke herein und bezahlen viel Geld und der Händler verdient nicht schlecht an der Dummheit seiner Kunden.

Wenn ein Kunde sich telefonisch an den Händler wendet, ist das Gespräch für diesen kostenfrei, denn der Anrufer bezahlt das Gespräch. Nun ist die angerufene Firma nur mit der Bestellung des Kunden, nicht zu Frieden. Mit der 0180 vor der Telefonnummer kassiert der Angerufene kräftig ab. Als Dank für die Bestellung muss der Kunde dann noch mal mindestens 14 Cent pro Minute zahlen, die sich der Angerufene in seine Tasche steckt. Man kann fast sicher sein, dass man beim Anruf einer dieser Nummern in einer Warteschleife landen oder weiter verbunden werden müsse. Wohl gemerkt kostet es pro angefangene Minute mindestens 14 Cent. Frecherweise werden diese 0180er-Nummern dann auch noch als „Servicenummern“ bezeichnet. Kundengewinnung und Kundenservice ist eigentlich anders gedacht. Eine Flatrate muss her, um Telefongebühren zu sparen. Für einen monatlichen Betrag kann ich kostenlos ins Deutsche Festnetz telefonieren, so lange ich will. Weit gefehlt, trotz Vertrag mit der Telekom, kostenlos zu telefonieren, wird man mit 0180 schamlos zur Kasse gebeten. So lange sich der Anrufer nicht bewusst ist, dass die 0180 eine Abzockenummer ist, werden die angerufenen Firmen Millionen unserer sauer verdienenden Euros eiskalt in ihre Tasche stecken. Jeder der eine 0180 Nummer anruft, dürfte sich eigentlich nie wieder aufregen, dass alles teurer wird oder der Verbraucher zu wenig Geld in der Tasche hat – selbst Schuld. Was sonst Schule macht, hat nun auch in die Modellbaubranche Einzug gehalten. Immer mehr Händler haben eine 0180 Ruf- oder Faxnummer, womit die ersehnte Lok oder der Wagen, „heimlich“ und unbemerkt noch mal teurer wird und der Händler nochmal abkassiert. Also, Vorsicht bei Kleingedrucktem und vor 0180 (mind. 14 Cent p. Min.) und 0137 (mind. 50 Cent p. Min.).

Unser Tipp: Wählen Sie grundsätzlich nur die normale Telefonnummer des Händlers oder 0800, die kostenlose Servicenummer, soweit sie zur Verfügung steht. Stellt der Händler keine weitere Telefon oder Faxnummer als die 0180er zur Verfügung, dann ist es ratsam einen anderen Händler zu wählen.

Aber genug mit den negativen Schlagzeilen. Endlich Frühling. Es macht wieder Spaß, an der Gartenbahn zu werkeln. Ein neues Mittel zu dauerhaften Einschottern hatten wir bereits in der letzten „volldampf“ vorgestellt. Außerdem waren wir wieder für Sie unterwegs und haben Anlagen besucht, die wir ihnen gerne Vorstellen möchten.

Interessiert Sie die Geschichte der Firma Schuco oder möchten Sie etwas über Eisenbahnmuseen in den USA erfahren? Auch Messen, Ausstellungen und Neuheiten im Bereich von Modellbahn und Zubehör sind wieder Themen dieser Ausgabe. Einen Aufruf hatten wir schon mehrmals veröffentlicht. Vereine, Veranstalter und alle die einen Termin veröffentlichen möchten, sollen diesen zur Redaktion „volldampf“ senden, damit wir sie kostenlos veröffentlichen können. Die Termine, deren Veranstalter unserem Aufruf gefolgt sind, finden Sie in dieser Ausgabe. Unbedingt vormerken sollte man sich den 12. und 13. Juli mit der Jubiläumsveranstaltung bei Regner in Aurach. Am Tag der offenen Tür gibt es Vorführungen, Ausstellungen, Zubehörverkauf und vieles mehr. Allen Unkenrufen zum Trotz, hat LGB nun die ersten Wagen der neuen Produktion ausgeliefert. Auch Schienen sind zum größten Teil wieder verfügbar. Doch wird es nochmals eine Preiserhöhung von rund 20% für das 3 m Flexgleis geben. LGB/Märklin liefert diese Profile nicht mehr direkt zum Kunden. Damit entstehen unnötige Mehrkosten, so dass die Zusendung dieser Gleise unwirtschaftlich wird. Man sollte sich in Zukunft zwei mal überlegen, ob man auf das Dreimetergleis zurückgreift. Für den April waren eine ganze Reihe Artikel zur Auslieferung angekündigt. Auch wir sind gespannt, ob die Ziele eingehalten werden können.

Ein neues Gerücht machte unlängst die Runde. Das Patent für die Zusammensetzung des robusten Kunststoffes, der sich hervorragend für den Gartenbahneinsatz eignet, ist nicht Eigentum von Märklin. Eine andere, weniger gute geeignete Rezeptur muss verwendet werden, was zur Folge hat, dass die berühmte LGB-Qualität auf der Strecke bleiben wird. Leider erfährt man in dieser Hinsicht überhaupt nichts. Von Seite der Geschäftsleitung wird gemauert und dadurch brodelt in vieler Hinsicht die Gerüchteküche, was LGB/Märklin selbst zu verantworten hat. Ein wenig mehr Information für den mündigen Gartenbahner wäre wünschenswert.

Ihr „volldampf“-Team

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