Editorial der Ausgabe 2008/01
Liebe LGB-Freunde, liebe Groß- und Gartenbahner

Bewusst haben wir zwei verschiedene Anreden gewählt, weil es mittlerweile in unserem Hobby wohl zwei Kategorien gibt.

Die Jahreswende ist nun schon einige Wochen her und wir schreiben das Jahr 2008. Die „volldampf“ erscheint bereits im 15. Jahr und hat selbst einen Wandel durchgemacht. So wie die technischen Möglichkeiten es zuließen, wurde aus dem schwarz-weißen ein farbiges und beliebtes Großbahnmagazin.

Um aber wieder auf die Überschrift zurück zu kommen, hat die Spur „G“ in etwa einen ähnlichen Wandel durchgemacht. Obwohl es die LGB schon mehr als 40 Jahre gibt, haben wir die Veränderung der Gartenbahnszene, seit dem Erscheinen der ersten „volldampf“ erst richtig wahrgenommen.

Was gab es sonst noch im Jahre 1993? Die LGB war die erste, populärste, und wir meinen – außer einiger Kleinserien – die einzige wetterfeste Modellbahn. Außerdem duldeten die Inhaber von LGB keine weiteren „Götter“ neben sich, was mit allen rechtlichen Mitteln konsequent durchgezogen wurde.

Doch auch hier gab es einen Wandel. Immer mehr Anbieter drängten in den Markt der Großbahn. Das Interesse galt neuen und dem kreativen. Ideen. So kamen Kleinserienhersteller zu Kunden, die der LGB müde geworden waren.

Es spalteten sich die Hobbyisten in Gartenbahner und Großbahner. Die Gartenbahner hatten weiterhin die LGB als Favoriten, weil Platz und Gärten vorhanden waren. Die Großbahner hingegen, die nicht in den Garten ausweichen können, weil schlicht keiner da war, legte mehr Wert auf Platzverhältnisse. So entstand ein weiterer Zweig des Großbahnhobbys. Die Feldbahn wurde wieder entdeckt. Schon in den Neunzigern bot die Firma Regner eine Feldbahn im Maßstab 1:22,5. Die Bahn, die weniger Platz brauchte galt als Zubehör zur Gartenbahn und leider so wenig gefragt, dass Regner die Produktion einstellte. Mit dem Wandel kam die Regner-Feldbahn wieder auf den Markt und ist seit dem eine gefragte Alternative. Viele Kleinserienhersteller liefern Teile oder ganze Bahnen und der relativ einfache Selbstbau kommt immer mehr in Mode. Teile und Zubehör gibt es mittlerweile reichlich.

Das Internet gewann immer mehr Bedeutung und kleine Anbieter konnten einen Teil der Nachfrage nach Neuem schneller abdecken. Im Übrigen trugen auch die Internetforen dazu bei, dass sich der LGB-Fan immer mehr von der „Spielbahn“ abwandt. Das Hochpreisprodukt LGB wurde neu geordnet und dadurch nicht nur dem „Besserverdienenden“ zugänglich. Die Folge war, dass sich die Sammler von LGB abwandten und Lehmann somit einen weiteren Umsatzeinbruch verzeichnen musste.

Die Devise war jetzt „Geiz ist Geil“. Sicherlich ein guter Werbeslogan, doch ist den Machern nicht bewusst, was sie damit alles kaputt gemacht haben – tödlich für eine ganze Branche, nicht nur der Modellbahn.

Jetzt, nach der Insolvenz von LGB und der Übernahme durch Märklin, (wir haben darüber berichtet) sind die Signale wieder auf „Hoffnung“ gestellt. Wann und wie wird es weiter gehen? Wann wird wieder geliefert?

„Des einen Tod ist des anderen Brot.“ Unter diesem Motto wird die diesjährige Spielwarenmesse recht spannend werden. Wir sind in Nürnberg gewesen und haben Neuheiten Trends und Neues für unser Hobby erfahren und entdeckt, worüber wir in dieser Ausgabe berichten.

Wir von der Redaktion blicken nun auf 15 Jahre „volldampf“ zurück. Höhen und Tiefen haben wir gemeistert, um Ihnen ein Stück Hobby näher zu bringen. Viel Zubehör, Basteltipps und Umbauberichte konnten wir vermitteln und freuen uns, dass Sie unserer „volldampf“ treu geblieben sind. Wir werden auch in den kommenden 15 Jahren über das Thema „Groß- und Gartenbahn“ berichten und Sie auf dem Laufenden halten.

Ihr „volldampf“-Team

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