Editorial der Ausgabe 2007/04
Von „Ossis“, „Wessis“ und anderen Modellbahnern

Von den „vielen“ angepriesenen Alternativen, sind sehr wenige übrig geblieben.Bei Ebay verfallen die Preise für LGB-Artikel und bei Neuware steigt wieder die Nachfrage. DAS WAR EIGENTLICH DIE LOGISCHE SCHLUSSFOLGERUNG, nachdem bekannt wurde, dass Lehmann von Märklin gekauft wurde.

Über Alternativen spricht kaum mehr einer. Die Preise im Internethandel fallen, so weit stimmt die Prognose, doch die vermehrte Nachfrage beim Modellbahnhändler bleibt aus. Woran liegt das? Medien berichten, dass die Deutschen immer weniger im Portemonnaie haben und die Regierung versucht, dagegen zu steuern. Seit der Mehrwertsteuererhöhung, die war ja dringend nötig, da wir in Europa ja den niedrigsten Mehrwertsteuersatz haben. Entgangen scheint unseren Staatsmännern, dass jeder mit dem Solidaritätszuschlag 26,5 % berappen muss, außer den anderen, zum Teil willkürlichen Abgaben. Was soll da noch für die Modellbahn bleiben. Auf jeden Fall läuft die Produktion wieder an und LGB/Märklin beliefert wieder die Händler, ein gutes Zeichen. Nun fehlt nur noch ein Wink von Vater Staat, dass das Weihnachtgeschäft doch noch werden kann.

Ein neuer Trend tut sich auf in den „G“-Massstäben. Feldbahnen sind jetzt in aller Munde, bzw. auf vielen Anlagen. Sind diese kleinen Bahnen so beliebt, weil sie durch ihre Größe günstiger sind? Oder braucht die Modellbahnbranche nur wieder etwas Neues? Beobachtet man Messen, Fachzeitschriften und Foren, so wird man schnell feststellen, dass die Feldbahnen ein sehr beliebtes Modellbahnmotto geworden sind.

Sicherlich ist durch die einfache Bauart der Werks- und Feldbahnen, ein Nachbau relativ einfach. Kleine Hersteller haben allerlei Bauteile und Zubehör im Programm, mit denen man günstig eine Schmalspurbahn bauen kann. Das kann jeder, man muss nur den Spezialisten, wie z. B. im Internetforum www.buntbahn.de, auf die Finger schauen. Beispiele wurden schon des Öfteren in der „volldampf“ vorgestellt. Letztlich ist es doch egal, mit welcher Bahn wie gespielt wird. Wichtig ist doch nur, dass das Hobby ein Ausgleich zum Alltagstress ist.

Das Eisenbahner und Modellbahner ein eigenes Volk sind, war ja schon bekannt, aber das der „gemeine Modellbahner“ auch noch unter Regionen aufgeteilt werden kann, ist neu. Beobachten konnte man dies erst kürzlich auf der „modell-hobby-spiel“ in Leipzig. Aufgefallen ist, durch Gespräche mit Händlern, Ausstellern und Besuchern, dass es bei den „Ossis“ kein großes Genörgel gibt. Entweder ist eine Ware oder Sache in Ordnung oder nicht. Dazwischen gibt es nichts. Der „Wessi“ dagegen nörgelt, obwohl die Sache in Ordnung ist. In erster Linie, um einen Preisnachlass zu erzielen. Mancher Händler, vorbelastet weil er die Wessis schon länger kennt, wird sich darauf einlassen und gibt dem „Kunden“ damit Mut, es beim nächsten ebenfalls zu versuchen. Ein Händler in Leipzig gab das Ganze in einem Satz wieder: „ An allen Messetagen in Leipzig hatte ich zwei Kunden die handeln wollten. Einer war aus der Nähe von Köln, der Zweite aus Hamburg – was soll man noch dazu sagen? Wo ist denn die Grenze zwischen Modellbahn-Ost und Modellbahn-West. Vielleicht kommen wir noch dahinter. Es sollte nicht ganz so ernst genommen werden, die Sache mit dem „gemeinen“ Modellbahner, doch ist sicherlich auch etwas Wahres daran.

Nach einigen Sätzen zum Schmunzeln möchten wir noch auf das endende Modellbahnjahr aufmerksam machen. Mit allerlei Neuem und Interessanten haben wir unsere Leser durch das Jahr begleitet. Es gab Höhen und Tiefen, trotzdem haben wir ein tolles Hobby – „Dat sach ich dir“, würde unser Willi, aus Erkelenz, jetzt sagen.

Das Team der „volldampf“ wünscht allen Lesern, Freunden und Bekannten ein erholsames Weihnachtsfest und eine erfolgreiches gesundes, neues Jahr 2008.

Ihr Redaktionsteam

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