Editorial der Ausgabe 2007/03
Dunkle Wolken reißen auf...

Des Einen Freud´ ist des Anderen Leid. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Die ersten Wochen des Sommers, der eigentlich keiner war, gaben Anlass zum Unmut. Aber wie sieht es mit dem Süden der Gartenbahn-Gemeinde aus? Sonne, Hitze 30°, aber auch wieder dunkle Wolken etwas weiter nördlich. Und zwar genau über Nürnberg.
Gemeint ist der nervende Wirrwarr um LGB. Mit der Übernahme durch Märklin stehen die Zeichen nun wieder auf freie Fahrt. Aber ist das wirklich so? Zwar haben die Gartenbahner jetzt wieder neue Hoffnung und wir von der „volldampf“ sind uns fast sicher, dass es nun wirklich wieder vorwärts geht. Doch zu welchem Preis? Wurden da nicht Existenzen von über 100 Familien zerstört? Waren das nicht die, die E. P. Lehmann in die Insolvenz führten?
Den schwarzen Peter hat nun Märklin. Wir wollen den neuen Eigentümer zwar nicht von vorn herein in Schutz nehmen, doch ist Märklin ein Unternehmen, welches Umsatz machen muss und wie Firmen in anderen Branchen – auch nötig zum Überleben – mit harten Bandagen kämpfen muss.
Verfolgt man die gesamte Wirtschaft in Deutschland, so hat jeder Betreiber eines Unternehmens ganz legal die Möglichkeit, erst sein „Schäfchen“ ins Trockene zu bringen und dann die Firma zu liquidieren. Die Existenz der Mitarbeiter und deren Familien spielen dabei keine Rolle – Siemens zum Beispiel hat es doch hervorragend vorgemacht
Eine optimale Lösung für den Fortbestand von LGB war der Einsatz von Herrn Schöntag, was auch immer spekuliert wird. Doch leider, man kann es kaum glauben, hat der zuständige Insolvenzverwalter ohne eine stehende Finanzierung die Firma übergeben. War das einer von mehreren Knüppeln, die Schöntag zwischen die Beine geworfen wurden? Wer hat den Konkurs letztendlich zu verantworten? Warum hat man nicht vor der Insolvenz, mit dem neuen Eigentümer von G45 über eine Weiterführung verhandelt, wenn der doch so ein fähiger Mann sein soll?
Ging es nicht eher darum – ganz legal versteht sich – durch eine Insolvenz, zig Millionen Euro Schulden und rund 120 Mitarbeiter – viele waren zwischen 20 bis 40 Jahre bei Lehmann beschäftigt und hatten bei einer Entlassung hohe Abfindungen zu erwarten – auf einen Schlag zu entsorgen? Alles Spekulation? Ok. Schnee von gestern. Hinter die Kulissen können wir eh nicht sehen.
Nun hat Märklin übernommen, wo doch G45 den Zuschlag gerne bekommen hätte. Was nun? Stimmt es, dass ein Teil der Formen nach USA verschifft wurden und dass die Vertriebsrechte mit der Tochter LGBoA. verkauft wurden? Wenn das so ist, und rechtens in Ordnung war, wird auch Märklin noch einige Probleme beseitigen müssen bis der Laden wieder richtig rund läuft.
Trotz aller legalen oder nicht legalen Aktionen der Beteiligten, ist sicherlich die Mehrheit der LGB-Freunde froh, dass es ausgestanden ist und hoffentlich weiter geht mit „unserer LGB“. Für uns Gartenbahner war der 26. Juli 2007 entscheidend. An diesem Tag wurde der Neuanfang eingeleitet. Wollen wir hoffen, dass die Gartenbahner wieder unbeschwert mit der Gartenbahn und ihrer LGB spielen können – wir werden sehen.
Zum Schluss eine richtig gute Nachricht. Wie der Redaktion bestätigt wurde, wird schon im August fast das ganze Schienensortiment ausgeliefert.

Ihr Redaktionsteam

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